Groß-Bankraub in Bagdad vereitelt

17. April 2003, 20:00
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Plünderer erschossen - Situation in Spitälern dramatisch

Bagdad - Die US-Besatzungsmacht hat die Lage in der irakischen Hauptstadt Bagdad offenbar immer noch völlig nicht unter Kontrolle bekommen. 300 Iraker beteiligten sich an Patrouillen in Bagdad, zusammen mit den alliierten Soldaten nahmen sie am Donnerstag nach US-Angaben 400 Diebe fest. Dessen ungeachtet kam es weiterhin zu Plünderungen. Räuber sprengten ein Loch in den Tresor einer Bagdader Bank und wiesen Kinder an, durch das Loch hindurch Geld nach draußen zu reichen. Eine US-Einheit, die an dem von rund 1.000 Menschen belagerten Tatort eintraf, nahm zwölf Männer in der Bank fest und stellte vier Millionen Dollar (3,66 Mill. Euro) in Säcken sicher. Ein Plünderer wurde von Marineinfanteristen erschossen.

Mit Hilfe irakischer Polizisten wieder beschaffte gestohlene Autos konnten an einer Polizeiakademie abgeholt werden. Geplünderte Impfstoffe und medizinisches Gerät dem Roten Halbmond zurückgegeben. Soldaten verteilten 5.000 Funktelefone an Polizeistellen und Feuerwehrleute. Eines der Bagdader Elektrizitätswerke könnte nach US-Angaben am (morgigen) Freitag wieder Strom liefern.

"Es geht um Sicherheit, es geht darum, wieder Licht und Wasser bereitzustellen, Kinder in die Schule zu bringen, Getreide anzubauen, es zu ernten, Straßen und Brücken zu bauen und aufzuräumen", sagte der Chef der US-Verwaltung im Irak, Jay Garner, in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Gespräche mit irakischen Oppositionsvertretern über die Nachkriegsordnung hätten Fortschritte gebracht. Vor allem von arabischen Ländern war jedoch gefordert worden, die neue Zivilverwaltung nicht unter US-, sondern unter UNO-Führung zu stellen.

Die Versorgung der Krankenhäuser in Bagdad bleibt unterdessen nach Angaben der Hilfsorganisation CARE dramatisch. Es fehle an Sauerstoffflaschen, Medikamenten und Hygienematerialien. Selbst Krankenhausbetten würden bei den Plünderungen zerstört und verschleppt. "Nur wenige Ärzte und Krankenpfleger können zur Arbeit kommen. Sie riskieren ihr Leben, bezahlt werden sie derzeit nicht", sagte die Leiterin des CARE-Büros in Bagdad, Margaret Hassan.

In der südirakischen Stadt Basra hat die Versorgung mit Strom und Wasser nach Angaben des britischen Militärs inzwischen das Niveau der Vorkriegszeit erreicht. Durch jahrelange Vernachlässigung sei die Versorgungslage schon vor dem Krieg alles andere als optimal gewesen, sagte General Brian Burridge dem britischen Sender BBC. (APA/AP/Reuters/dpa)

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