Arme sterben früher

17. April 2003, 13:44
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Armutskonferenz verweist auf höheres Sterberisiko der unteren Einkommensschichten

Wien - "Reiche leben länger" lautet das Fazit einer Studie der Armutskonferenz. Mit einer Aktion vor dem Parlament haben Aktivisten der "Armen-Lobby" darauf hingewiesen, dass arme Menschen mit geringer Bildung im Durchschnitt um fünf Jahre früher sterben solche mit höherem Einkommen und höherer Bildung. Zwei verschieden hohe Säulen sollten den Unterschied verdeutlichen.

Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede demnach bei Erkrankungen der Atemwege, des Verdauungssystems und des Herz-Kreislaufsystems. So hätten Männer der unteren Einkommensschichten (die unteren fünfzehn Prozent) ein doppelt so hohes Risiko an Gastritis zu erkranken, als Männer mit hohem Einkommen (die oberen fünfzehn Prozent). Gleiches gilt beim Asthma-Risiko der Frauen. Und während nicht einmal ein Prozent der Männer im obersten Einkommenssegment an Asthma erkrankt, liegt dieses Risiko bei den Beziehern niedriger Einkommen bei fünf Prozent.

Psychische Faktoren

Hintergrund dieser Ungleichheiten sind nach Angaben der Armutskonferenz neben schlechteren Lebens- und Arbeitsbedingungen auch psychische Faktoren wie Stress, sowie geringe Erholungsmöglichkeiten und unterschiedliches Gesundheits- und Krankheitsverhalten. Die Armutskonferenz fordert deshalb den einkommensunabhängigen Zugang zum Gesundheitssystem und die Stärkung der "Selbsthilfepotenziale" (gesündere Lebensbedingungen) ärmerer Menschen.

Selbstbehalte werden abgelehnt

Selbstbehalte werden ebenso abgelehnt wie private Krankversicherung. Erstere würden den sozialen Ausgleich gefährden. Und während in der Sozialversicherung 96 von hundert Beitrags-Euro wieder als Leistungen an die Versicherten zurückfließen würden, liege diese Quote bei den Privatversicherungen nur bei 75 von hundert, argumentiert die Armutskonferenz. (APA)

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