Springer-Chef Döpfner droht mit Einstellung der "Welt"

17. April 2003, 13:08
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Falls die Fusion von "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung" genehmigt wird - Auch die "Berliner Morgenpost" würde "mittelfristig" vom Markt verschwinden

Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer Verlag AG, Mathias Döpfner, hat in einem Brief an Wirtschaftsminister Wolfgang Clement mit der Einstellung der Tageszeitung "Die Welt" gedroht. Sollte Clement die Fusion des Berliner "Tagesspiegel" (Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Stuttgart) mit der "Berliner Zeitung" erlauben, müsse "Die Welt" zwingend eingestellt werden, zitiert der "Spiegel" den Brief in seiner Ausgabe 17/2003. Die "Berliner Morgenpost" würde "mittelfristig" vom Markt verschwinden.

Über die Kooperation der beiden Springer-Blätter schreibe Döpfner, bei diesen sei es nur "bis zu einem gewissen Grade" gelungen, "die rückläufige Ergebnisentwicklung beider Objekte zu stabilisieren". Eine Ministererlaubnis für den Zusammenschluss der Konkurrenz werde diese Stabilisierungsbemühungen zunichte machen. Ein "weiteres Ansteigen des Welt-Defizits" könne sein Verlag nicht verantworten. Die Verluste der Zeitung lägen "bei einem Vielfachen" dessen, was Holtzbrinck mit dem "Tagesspiegel" verliere. (APA/vwd)

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