Kandlhofer erwartet "Abschleifen von Ecken und Kanten"

17. April 2003, 07:15
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Hauptverbands-Chef will Verbesserungen für Frauen und Übergangsregelungen

Wien - Der Begutachtungsentwurf zur Pensionsreform findet im Hauptverband der Sozialversicherungsträger nicht nur Gefallen. Der Sprecher der Geschäftsführung, Josef Kandlhofer, meint im Gespräch mit der APA, er gehe davon aus, dass der derzeitige Vorschlag noch nicht der Endgültige ist. "Es wird sich in einigen Bereichen mit Sicherheit etwas verändern. Da sind natürlich Ecken und Kanten noch abzuschleifen". Konkret erwartet sich Kandlhofer Änderungen zu Gunsten von Müttern sowie Übergangsregelungen.

Der Hauptverbands-Chef ortet ohnehin Konsens, dass gerade in diesen Bereichen Handlungsbedarf besteht - insbesondere was die Kinderbetreuungszeiten angeht. Hier will Kandlhofer noch Verbesserungen sowohl was die Anrechung der Zeit als auch die Bemessungsgrundlage (derzeit der Ausgleichszulagenrichtsatz, Anm.), sprich Höhe, angeht. Ebenfalls hält er es für nötig, "die ein oder andere" Übergangsbestimmung einzubauen, die die abrupte Änderung der Pensionshöhe beim Jahressprung 2003/2004 abmildern soll.

Änderungen bei Politikerpensionen

Bei den Politiker-Pensionen ist der Hauptverbands-Manager ebenfalls dafür, Änderungen vorzunehmen. Allerdings gelte es hier, zwischen aktiven und schon im Ruhestand befindlichen Personen zu unterscheiden. Es sei immer ein Problem, in schon bestehende Pensionen einzugreifen. Wenn dann könne man das nur maßvoll tun, beispielsweise über eine Anhebung des Pensionssicherungsbetrags. Keinesfalls dürfe aber eine Anlassgesetzgebung geschehen, denn diese sei oft "überschießend".

Die Pensionsreform an und für sich steht für Kandlhofer außer Streit. Drei Punkte sind für ihn dabei unvermeidlich: Eine Anhebung des Antrittsalters, eine Neuberechnung der Höhe sowie eine geänderte Anpassung. Auch einer Harmonisierung der Systeme steht er positiv gegenüber, da diese wegen der Glaubwürdigkeit vonnöten sei. (APA)

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