Barton: "Zwei Jahre Besatzung im Irak"

15. April 2003, 13:13
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US-Wiederaufbau-Experte: "USA sollen Hände vom Öl lassen"

Washington/Hamburg - Der amerikanische Ökonom und Wiederaufbau-Experte Frederick D. Barton rechnet nicht mit einem schnellen Ende der US-amerikanischen Besatzung im Irak. "Ich gehe von zwei Jahren aus, und das ist optimistisch kalkuliert", sagte Barton laut Vorausmeldung der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit". Die Besatzungsregierung sollte die Finger von Öl-Reserven lassen und sich bei der Vergabe von Aufträgen an Firmen zurückhalten. "Es wäre ein schwerer Fehler, würde Amerika jetzt die Hände einer künftigen irakischen Regierung mit langfristigen Verträgen binden. Diese Frage berührt den Kern irakischer Souveränität".

Barton, der an der Princeton University lehrt und am Center for Strategic and International Studies in Washington forscht, hat in der Vergangenheit schon die Kostenschätzungen der US-Regierung als zu optimistisch kritisiert. Der Experte empfiehlt, dass der Irak seinen Wiederaufbau so schnell und so weitgehend wie möglich selber finanzieren soll - durch den Verkauf von Öl. "Der Irak ist reich genug", sagte Bartonk, "er hat das Geld und die technokratische Elite". (APA)

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