Irakischer Nationalkongress fordert politischen Einfluss

15. April 2003, 07:15
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Kämpfer der Oppositionspartei erstmals im Irak im Einsatz

Nassiriyah - Die Führungsriege des Irakischen Nationalkongresses (INC) will sich bald in Bagdad treffen, obwohl die Oppositionspolitiker nicht wissen, welche Rolle ihnen die USA geben wollen. "Wir kennen noch nicht mal die Vorstellungen der Amerikaner für eine Übergangsregierung in Bagdad", sagte Saab Sethna aus dem Führungszirkel des INC am Montag in Nassiriyah. Ahmed Jalabi, einer der prominentesten Oppositionellen im Irak Saddam Husseins, habe daher noch keine konkreten Pläne machen können. Sethna bezeichnete die gegenwärtige Lage der irakischen Politiker als fürchterlich: "Wir wollen nicht von den USA 'eingesetzt' werden. Wir fordern einfach einen gewissen Einfluss bei künftigen Wahlen."

Die von der US-Armee ausgebildeten Kämpfer des INC, die so genannten "Free Iraqi Fighters" (FIF), waren am Wochenende erstmals im Einsatz. Nach Angaben von Sethna durchsuchten sie zusammen mit Spezialeinheiten der Amerikaner eine Scheune in Shatra nahe Nassiriyah in Südirak, in der unter anderem 100 Panzerfäuste gefunden wurden. 600 FIF-Mitglieder seien im Nordirak, 600 sollten im Süden und in Bagdad eingesetzt werden.

Die Hälfte der Freiheitskämpfer kommt aus dem Exil. Sethna berichtete weiter, die Menschen im Irak würden zu hunderten herbeiströmen, um den INC-Sicherheitskräften beizutreten. "Sie springen auf unsere Fahrzeuge und rufen: "Nehmt uns, nehmt uns!'" Es werde jedoch auf Grund logistischer Probleme niemand aufgenommen. (APA/AP)

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