Mozarteum sucht Rektor

15. April 2003, 12:19
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Ungereimtheiten im Vorfeld - Ministerium soll Wahl überwachen

Salzburg - Im Konflikt um die Wahl eines neuen Rektors für die Salzburger Kunstuniversität Mozarteum soll nun das Bildungsministerium ordnend eingreifen. Der derzeitige Rektor Roland Haas hat beim Ministerium offiziell um Rechtsaufsicht angesucht.

Laut Haas hat die bisherige Vorgangsweise beim Auswahlverfahren nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprochen. Tatsächlich wird die Rektorswahl am Mozarteum seit Wochen in der Salzburger Öffentlichkeit heftig diskutiert. Wie vom STANdard berichtet, hatte der mehrheitlich aus Professoren bestehende Gründungskonvent sieben Kandidaten für den Rektorsposten zu einem Hearing eingeladen, um einen Dreier-Vorschlag zu erstellen.

Unter den Eingeladenen finden sich prominente Namen wie etwa die ehemalige Chefin der Liberalen, Heide Schmidt. Der amtierende Rektor Haas war nicht geladen.

Dass Haas erst gar nicht gehört wurde, hat hohe politische Wellen geschlagen. Während die Stadtpolitik die positive Rolle des deutschen Kulturmanagers Haas bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten für das Mozarteum hervorhob, wird von Angehörigen der Kunstuniversität eine ganz andere Rechnung angestellt: Die Professorenvertreter im Gründungskonvent könnten sich nur auf 48 der 125 Professoren berufen. Die Mehrheit hatte sich bei der Wahl der als Einheitsliste kandidierenden Professoren erst gar nicht beteiligt.

Studenten- und Mittelbauvertreter haben ohnehin dem Konvent längst den Rücken gekehrt und sind unter Protest ausgezogen. Die Ablehnungsfront gegen Haas ist somit eher dünn. Der Auszug zweier Kurien, vor allem aber fehlende Auswahlkriterien für den Rektorsposten in den Satzungen des Konvents haben Haas bewogen, das Ministerium einzuschalten.

Darüber hinaus soll der Konvent auch dem aus namhaften Vertretern von Kultur, Medien und Wissenschaft zusammengesetzten Universitätsrat Bericht erstatten und alle Vorgänge rund um die Kandidatenfindung offen legen. Laut Gesetz wird der Rektor vom Uni-Rat und nicht vom Konvent bestimmt. (neu/(DER STANDARD, Printausgabe, 15.4.2003)

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