Info-Pflicht für Eltern kommt

8. Juni 2010, 13:58
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Entsprechende Kampagne hat am Dienstag den Ministerrat passiert - Parlamentarische Enquete dazu noch im Juni

Wien - Rund 40 Prozent der österreichischen Kinder werden laut Angaben des Frauenministeriums unehelich geboren - über die Möglichkeit einer gemeinsamen Obsorge sollen ihre Eltern künftig verpflichtend informiert werden. Eine entsprechende Infokampagne hat am Dienstag den Ministerrat passiert. Am 24. Juni findet darüber hinaus eine parlamentarische Enquete zum Thema statt.

Paare über Rechte und Pflichten aufklären

Im Gegensatz zur ehelichen Geburt steht die Obsorge bei unehelichen Geburten zunächst der Mutter alleine zu. Mütter und Väter, die unverheiratet Eltern werden, sollen deshalb über alle Möglichkeiten im Bereich der Obsorge informiert werden. "Sehr oft vereinbaren die Eltern unehelicher Kinder die gemeinsame Obsorge nur deshalb nicht, weil sie nicht Bescheid wissen oder rund um die Geburt ganz einfach andere Sorgen haben. Wir wollen diese Paare über ihre Rechte und Pflichten informieren, ohne sie zu irgendwelchen Entscheidungen zu drängen", erklärte Justizministerin Claudia Bandion-Ortner.

Anerkennung der Vaterschaft allein reicht nicht

Auch Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek wies darauf hin, dass viele unverheiratete Eltern die gemeinsame Obsorge nicht beantragen, da sie davon ausgehen, dass die Anerkennung der Vaterschaft dafür genüge: "Dieses Informationsdefizit beheben wir jetzt."

Skeptisch zeigte sie sich weiterhin, was eine automatische gemeinsame Obsorge nach der Scheidung betrifft: "Wenn sich die Eltern bei der Scheidung bis aufs Blut streiten, dann kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das gut für das Kind ist." In diesen Fällen müsste es eine "Abkühlphase" geben, nach der die Obsorgefrage neu zu diskutieren sei. (APA)

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