Behandlungen für Mütter mit Wochenbettdepression

8. Juni 2010, 13:38
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Persönlichkeit der Mutter, soziale Situation und seelische (Vor-)Belastungen sind Risikofaktoren

Jena - Eine schwere und anhaltende Depression nach der Geburt des Kindes ist für die Mutter eine große Belastung. Betroffene sind häufig niedergeschlagen, antriebslos, gereizt, müde und zeigen sogar eine Abwehrhaltung gegenüber ihrem Nachwuchs. Neue Behandlungsmöglichkeiten können den Frauen helfen. Zehn bis 15 Prozent aller Frauen entwickeln die sogenannte Wochenbettdepression.

Zu den Risikofaktoren für diese Depression zählen laut des Portals 'Gesundheit Heute' unter anderem die Persönlichkeit der Mutter, die soziale Situation sowie seelische (Vor-)Belastungen. Oftmals erkranken Frauen, die zu große Erwartungen an sich selbst haben und in ihren verschiedenen Rollen als Mutter, Partnerin, Hausfrau oder Berufstätige perfekt sein wollen. Vielen Müttern fällt es schwer zuzugeben, dass sie Hilfe benötigen. Doch auch fehlende Zeit, sich auf das neue Leben einzustellen und das Gefühl, mit der neuen Situation allein gelassen zu werden, können eine Wochenbettdepression hervorrufen. 

Zeit für die Mutter

Das Baby kann ebenfalls die Depression verstärken, indem es zum Beispiel oft erkrankt oder schreit. Die Mutter fühlt sich, als könne sie ihr Kind nicht ausreichend gut versorgen. Vor allem Frühgeborene stellen Mütter auf eine harte Probe. Hilfe bieten mittlerweile einige Kliniken. So offeriert beispielsweise die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena betroffenen Frauen eine stationäre Behandlung, bei der das Baby mit in die Klinik aufgenommen wird. Während der zur Behandlung gehörenden Gruppenzeiten und Therapiesitzungen wird der Nachwuchs stundenweise von Tagesmüttern in der Klinik betreut. Somit können die Frauen ungestört an ihrem Therapieprogramm teilnehmen. Die Kinderbetreuung wird durch den Förderverein des Klinikums finanziert.

Im Durchschnitt bleiben die Mütter sechs bis acht Wochen in Behandlung. "Da die Frauen häufig noch stillen, arbeiten wir nur zum Teil mit Medikamenten und entsprechend unserer Schwerpunktsetzung dann verstärkt mit psychotherapeutischen Maßnahmen", erläutert Oberärztin Uta Pietsch der Jenaer Psychiatrie. Das nehme zwar etwas mehr Zeit in Anspruch, doch dafür sei der Erfolg dauerhaft. Unter den Patientinnen befinden sich viele Frauen mit psychischen Vorerkrankungen, aber auch solche, die nach der Geburt ihres Kindes völlig unerwartet eine psychische Störung entwickelt haben. (sid)

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