FPÖ gegen "Gleichmacherei" bei Gesamtschule

26. Mai 2010, 12:34
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"Schule erst in zweiter Instanz ein Sozialinstitut" - Unterrichts- und Wissenschaftsministerium zusammenlegen

Wien - Gegen "Gleichmacherei" in der Schule spricht sich FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz aus. Wenn es um die Entscheidung gehe, ob ein Bildungssystem Gleichheit schaffen oder die Freiheit in den Mittelpunkt stellen solle, müsse die Freiheit Vorrang haben, so Rosenkranz bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. In einer Gesamtschule werde das Niveau nach unten gedrückt.

Bildung in einem Ressort vereinigt

Den Einwand, dass durch das differenzierte Schulsystem Kinder aus bildungsfernen Schichten der Zugang zu höherer Bildung verwehrt werde, lässt Rosenkranz nicht gelten. Die Schule sei "erst in zweiter Instanz ein Sozialinstitut". Vorrangig gehe es um das Lernen. Eine Bildungsoffensive dürfe außerdem nicht nur beim Kind ansetzen. Lehrer müssten etwa an Hauptschulen auch Eltern aus bildungsfernen Schichten die Möglichkeiten aufzeigen, wie begabte Kinder in weiterführende Schulen gebracht werden.

Zusammenlegen will die FPÖ das Unterrichts- und das Wissenschaftsministerium. Einerseits hätten Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) ohnehin ähnliche Ansichten und machten Reformvorschläge für das jeweils andere Ressort. Andererseits seien interministerielle Arbeitsgruppen zur Lehrerausbildung der "falsche Weg", so Rosenkranz. Er sei auch "immer skeptisch, wenn ich höre, dass Pädagogische Hochschulen und Universitäten 'joint studies' anbieten". Die Bildung müsse in einem Ressort vereinigt sein.

Rosenkranz fordert "Machtwort" des Bundeskanzlers

Bei der Schul-Verwaltungsreform verlangte Rosenkranz ein "Machtwort" des Bundeskanzlers, wer denn nun Verhandlungspartner sei. Außerdem sei bisher nur bekannt, dass Bildungsdirektionen die Bezirks- und Landesschulräte ersetzen sollen. Nicht geklärt sei allerdings, was denn nun eigentlich eine Bildungsdirektion sei, wie diese gegliedert werde oder ob es sowohl für ein großes Bundesland wie Niederösterreich als auch ein kleines wie Vorarlberg jeweils eine einzige Bildungsdirektion geben solle.

Geld verschwendet wird nach Ansicht von Rosenkranz derzeit für internationale Studien wie PISA, TIMSS oder PIRLS. Im Moment wisse man, dass das Bildungssystem eine Baustelle sei - allerdings gleiche man damit einem Häuslbauer, der mit der Wärmebildkamera sein künftiges Haus untersuche und feststelle, dass im Moment die Isolierung nicht funktioniere. Sinnvoller wäre es dagegen, erst nach einem Umbau des Systems wieder Geld für Studien in die Hand zu nehmen - bis dahin sollten die Mittel direkt in den Unterricht gehen. (APA)

 

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