Karstadt-Interessent holt für Offert Partner ins Boot

25. Mai 2010, 16:38
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Textilunternehmer Max Azria unterstützt Investor

Düsseldorf - Im Bieterwettlauf um die insolvente deutsche Warenhauskette Karstadt hat der Investor Nicolas Berggruen einen Partner ins Boot geholt. Der Textil-Unternehmer Max Azria unterstütze das Offert, sagte ein Sprecher des Investors am Dienstag. Berggruen will damit offenbar seine Einzelhandelskompetenz unterstreichen, die zuletzt von der Gewerkschaft ver.di in Zweifel gezogen worden war.

Neben Berggruen hat auch der deutsch-schwedische Finanzinvestor Triton ein Offert für Karstadt vorgelegt. Beide Angebote sind aber an Zugeständnisse gekoppelt: Berggruen setzt auf ein Entgegenkommen der Warenhaus-Vermieter, Triton auch auf weitere Abstriche der Belegschaft. Zudem wird noch ein Offert des Vermieter-Konsortiums Highstreet unter Führung der US-Investmentbank Goldman Sachs erwartet.

Zur Textilgruppe BCBG des Unternehmers Max Azria gehört unter anderem die Marke Herve Leger. Zudem arbeitet Azria mit dem US-Teenie-Star Miley Cyrus zusammen, die die Hauptfigur Hannah Montana in der gleichnamigen TV-Sendung spielt.

Ein Sprecher von Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg bekräftigte erneut, dass derzeit zwei Offerte vorliegen. Beide seien an Bedingungen geknüpft, über die weiter verhandelt werden müsse. Hightstreet hat noch bis Freitag Zeit, ein Offert einzureichen.

Das zuständige Gericht in Essen entscheidet am Montag, ob der Insolvenzplan in Kraft treten kann. Scheitert er, würde Karstadt zerschlagen. Dann könnte auch der Rivale Metro wieder aktiv werden, der Interesse an einzelnen Karstadt-Häusern angemeldet hat. Voraussetzung für die Sanierung von Karstadt ist ferner ein Erlass von Steuern durch deutsche Kommunen, die durch den Sanierungsgewinn anfielen. Eine Reihe deutscher Städte, darunter zuletzt Köln, hat bereits einen Verzicht signalisiert. Görg wertete die Ergebnisse am Nachmittag aus. Die 94 deutschen Städte mit Karstadt-Häusern müssen auf insgesamt 98 Prozent der Steuer-Forderungen verzichten. (APA/Reuters)

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