Suche nach entführter Bankiersfrau vorerst eingestellt

21. Mai 2010, 08:50
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Polizei wollte Zeitungsbericht über Blutspuren im Auto nicht kommentieren nicht bestätigen

Heidenheim/Berlin - Im Fall der entführten Bankiersfrau Maria Bögerl aus Heidenheim hat die Polizei die Suche nach der vermissten 54-Jährigen in den umliegenden Wäldern vorerst eingestellt. "Wir werden weiter suchen, wenn wir einen konkreten Hinweis haben", sagte ein Polizeisprecher in Heidenheim am Freitag.

Die Sonderkommission überprüft seinen Angaben zufolge inzwischen Kunden der Sparkasse, die von Bögerls Ehemann geleitet wird. Dabei gehe es darum, ob jemand wegen Schulden oder abgelehnter Kredite ein Motiv haben könne und sich mit der Entführung womöglich habe rächen wollen.

Einen Bericht der Bild"-Zeitung vom Freitag, wonach Blut der Frau auf dem Beifahrersitz ihres Autos gefunden worden sein soll, wollte die Polizei nicht kommentieren. Die Spurenlage werde "nicht öffentlich diskutiert", sagte der Sprecher.

Suche nach Geocaching-Sportlern

Die Ermittler konzentrieren sich jetzt auf die Suche nach sogenannten "Geocaching"-Sportlern, die in der Nähe des Klosters unterwegs waren, wo das Auto der Entführten entdeckt wurde. Ein Ziel der digitalen Schnitzeljagd (Geocaching) war der Hof des Klosters in Neresheim, wo der Wagen von Maria B. stand. Ebenso wie die Sportler könnten Ferienhausbesitzer aus der Region wichtige Zeugen sein, hieß es. Sie sollten nachsehen, ob es verdächtige Anzeichen gibt, die darauf hindeuten, dass sich dort Fremde aufgehalten haben.

Nach Ansicht eines Kriminalpsychologen haben die Entführer keinen Plan B. Die Tat sei einfach "schlicht geplant" worden, sagte Rudolf Egg der Nachrichtenagentur dpa: "Der oder die Täter melden sich vermutlich deshalb nicht mehr, weil sie nach der gescheiterten Übergabe keinen zweiten Plan haben." Insgesamt gibt es mittlerweile mehr als 1.100 Hinweise aus der Bevölkerung zu dem Fall.

Maria Bögerl war am Mittwoch vergangener Woche entführt worden. Kurz nach der Entführung scheiterte die telefonisch verabredete Lösegeldübergabe an der A7. Seither gab es keinen Kontakt und auch kein Lebenszeichen mehr von der Frau. (APA)

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