"Hohes Maß an Wettbewerb": 28 Projekte ausgezeichnet

19. Mai 2010, 12:01
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Dreizehn neue Hertha-Firnberg- und fünfzehn Elise-Richter-Stelleninhaberinnen präsentiert

Wien - Wissenschaftsministerin Beatrix Karl und FWF (Wissenschaftsfonds)-Präsident Christoph Kratky haben am Dienstabend dreizehn neue Hertha-Firnberg- und fünfzehn Elise-Richter-Stelleninhaberinnen präsentiert.

"Wir wollen Sie, Ihre Leistung und Ihrer Forschung sichtbar machen, denn wir brauchen die beispielgebende Wirkung von Topleistungen von Frauen in allen Wissenschaftsdisziplinen. Sie sind damit auch Botschafterinnen dieser erfolgreichen Programme an ihren jeweiligen Institutionen", betonte Karl in ihrer Rede an die ausgezeichneten Forscherinnen.

Kompetitives Auswahlverfahren

Das Hertha-Firnberg-Programm versteht sich als konkretes Angebot an Top-Grundlagenforscherinnen: Jede Forscherin musste sich einem kompetitiven Auswahlverfahren stellen und konnte mit ihren Projektideen die internationalen Peers im Rahmen des konsequent eingesetzten, internationalen Peer-Review-Verfahrens und das FWF-Kuratorium überzeugen.

Von 84 Anträgen wurden 28 - und damit exakt ein Drittel - bewilligt. "Das ist ein hohes Maß an Wettbewerb, dem sich erfreulicher Weise Forscherinnen seit Jahren bereit sind zu stellen", merkte Kratky an.

Top-Forschung in Naturwissenschaften und Technik

Von den insgesamt 6,3 Mio. Euro Bewilligungsvolumen entfielen letztes Jahr 2,3 Mio. Euro auf Projekte aus dem Bereich Life Sciences, 2,4 Mio. Euro auf Naturwissenschaften und Technik sowie 1,6 Mio. Euro auf die Geistes- und Sozialwissenschaften. Insbesondere bei den Hertha-Firnberg-Stellen sei das klare Signal erkennbar, dass eine immer größere Anzahl junger Wissenschafterinnen nachdrängt, die Top-Forschung in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik erfolgreich betreibt, so Kratky.

Sechs Jahre Förderung

Hervorragend qualifizierte Wissenschafterinnen, die eine Universitätslaufbahn anstreben, bekommen so durch den FWF die Möglichkeit, im Rahmen einer zweistufigen Karriereentwicklung insgesamt sechs Jahre Förderung in Anspruch zu nehmen. Das Karriereentwicklungsprogramm für Wissenschafterinnen ist unterteilt in das Postdoc-Programm "Hertha Firnberg" zur Förderung von Frauen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere und in das Senior Postdoc-Programm "Elise Richter" mit dem Ziel der Qualifikation zur Bewerbung um eine in- oder ausländische Professur.

Notwendigkeit derartiger Programme

Auf die Notwendigkeit der Förderinstrumente für Frauen in der Wissenschaft kam Karl zu sprechen: "Programme wie Hertha Firnberg und Elise Richter werden noch so lange notwendig sein, so lange Frauen im Rahmen der Karriereentwicklung an Universitäten 'verloren' gehen." Von 41,5 Prozent Frauenanteil bei den Dissertantinnen (Stand 2005), blieben 33,5 Prozent Frauen in der Gruppe der Universitätsassistentinnen, 18,9 Prozent Habilitierte und schließlich 15,3 Prozent Professorinnen. "Es geht einfach zu viel kreatives und schöpferisches Potenzial verloren", unterstrich die Ministerin den hohen Stellenwert der Karriereentwicklung für Wissenschafterinnen und die damit verbundenen entsprechenden Rahmenbedingungen wie eine verbesserte Kinderbetreuung und Doktoratskollegs. (red)

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