"Salzburger auch nicht sonderlich beliebt"

11. Mai 2010, 18:54
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Sturm-Fanvertreter und Stadionsprecher Krentl sieht die Fans der Grazer nicht auf den Spuren der Lazio-Anhänger und hofft auf ein faires Match gegen Red Bull Salzburg

Graz  - Die spezielle Ausgangsposition im Titelkampf der heimischen Fußball-Bundesliga lässt reichlich Spielraum für Spekulationen. So könnte es ähnlich wie vor eineinhalb Wochen in Rom am Donnerstag auch in Graz beim Spiel Sturm gegen Red Bull Salzburg zur kuriosen Situation kommen, dass Heimfans Treffer der Auswärtsmannschaft bejubeln. Doch Ludwig Krentl, der Präsident von "Anhängerklub des SK-Sturm", glaubt nicht an eine derartige Verbrüderung zwischen Sturm Graz und Red Bull Salzburg gegen die Wiener Clubs Austria und Rapid.

Hoffen auf ein faires Spiel

"Wir hoffen auf eine gute Leistung unserer Mannschaft, die ein faires Spiel abliefern soll", meinte Krentl am Dienstag. An Zuneigungen der Sturm-Fans an die Salzburger glaubte Krentl, der auch als Stadionsprecher in der UPC Arena fungiert, nicht so recht: "Weil Salzburg auch nicht sonderlich beliebt bei uns ist." In diversen Fan-Foren von Sturm Graz schaut die Sache jedoch eher anders aus, da möchte man größtenteils keinesfalls einen Meister aus der Hauptstadt sehen, sondern eher die eigene Mannschaft als Steigbühelhalter der Salzburger.

Sturm und Salzburg haben sich im Saisonverlauf bereits des öfteren über eine Benachteiligung durch die Schiedsrichter in den Spielen gegen Austria und Rapid beschwert. So hatte etwa die Austria ihren 1:0-Heimsieg am 11. April gegen Sturm mit einem Treffer durch Roland Linz aus glasklarer Abseitsposition fixiert. Zuletzt beschwerte sich Salzburg im Match über die Aberkennung eines wohl irregulären Treffers.

Eine gewisse Legenbildung rund um den Begriff "Wiener Mafia" ist aber durchaus zu bemerken, so sieht die nach Fehlentscheidungen korrigierte Tabelle auf wahretabelle.at die Wiener Austria gar an erster Stelle, vor Salzburg, Rapid und Sturm.

Zünglein an der Waage

Sturm ist am Donnerstag das wichtigste Zünglein an der Waage im Titelkampf. Denn Austria (72 Punkte) hat nur dann noch eine Chance, wenn Sturm gegen Tabellenführer Salzburg (73) zumindest ein Remis erobert, Rapid (70) muss auf eine Salzburger Niederlage hoffen. Für Sturm genießt das Spiel gegen die Salzburger jedoch nicht die oberste Priorität in dieser Woche, denn am Sonntag steht in Klagenfurt das Cupfinale gegen Wr. Neustadt auf dem Programm.

Solche Überlegungen sind für Heinz Hochhauser aber ohnehin Makulatur: "Es ist völlig wurscht wer bei Sturm spielt. Ob alle spielen oder zwei, drei geschont werden - dass entscheidende sind wir. Wir müssen dort gewinnen. Wir müssen von der ersten Minute auf Sieg spielen. Wir dürfen überhaupt keinen Zweifel aufkommen lassen, wer dort wirklich das Spiel gewinnen wird. Wir dürfen denen keine Luft lassen und dann werden wir gewinnen", sagte Salzburgs Nachwuchs-Koordinator am Montag in "Servus TV"

"Meister oder Schluss"

Eine ähnliche Konstellation gab es unlängst jedoch in Italien. In Rom hatten am 2. Mai die Fans von Lazio Rom eine 0:2-Heimniederlage ihrer Mannschaft gegen Inter Mailand frenetisch gefeiert. Und auch die Gegenwehr der Lazio-Spieler war eher mäßig gewesen. Denn damit war dem verhassten Lokalrivalen AS Roma im Serie-A-Titelkampf voraussichtlich entscheidend geschadet worden.

Nochmals Hochhauser: "Jetzt ist ganz klar. Jetzt ist Finale. Es gibt kein Unentschieden, es gibt kein gar nichts. Jetzt gibt's Leben oder Tod. Meister oder Schluss." (APA/red)

 

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