Graz fordert mehr Landesmittel für Schulsozialarbeit

11. Mai 2010, 13:08
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Für Stadträtin sind sechs Posten für 13.000 Pflichtschüler zu wenig - Verdopplung des Landesanteils angestrebt

Graz - Eine Aufstockung der Finanzmittel des Landes für die Schulsozialarbeit in Graz fordert Bildungsstadträtin Sonja Grabner (ÖVP). Von der Stadt Graz wird seit einem Jahr Sozialarbeit an zwei Schulclustern in Bereichen mit einem hohen Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache angeboten. Der "Cluster Gries" umfasst zwei Neue Mittelschulen und eine Volksschule, der "Cluster Eggenberg" zwei Neue Mittelschulen und zwei Volksschulen. Für die Finanzierung der vier dafür verwendeten Sozialarbeiterstellen stelle die Stadt rund 265.000 Euro pro Jahr zur Verfügung, sagte Bildungsstadträtin Grabner am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Dazu kommt ein vom Land finanzierter "Cluster Graz-Süd" mit zwei Neuen Mittelschulen und einer Polytechnischen Schule.

Zu wenig Sozialarbeiter

"Für mich ist es unverständlich, wie man der Landeshauptstadt mit 13.000 Pflichtschülern vonseiten des Landes gleich viele Posten zur Verfügung stellt wie beispielsweise Voitsberg mit 3.000 Pflichtschülern", so die Stadträtin. "Wir haben die Schulsozialarbeiter an drei Halbtagen in der Woche an der Schule und an zwei Tagen Beratungslehrer - aus meiner Sicht ist das noch immer zu wenig", illustrierte Fritz Fink, Direktor der NMS St. Andrä im Bezirk Gries die Situation. Seine Schule wird zu 98 Prozent von Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache besucht - im kommenden Schuljahr dürften es 100 Prozent sein. "Wir haben 40 Kinder aus Asylantenfamilien, darunter schwer traumatisierte Kinder. Da ist jede Initiative, die den Schülern und Lehrern die Situation erleichtert, willkommen", so der Direktor.

Evaluierung bis Sommer 2011

Aus dem Büro von Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann (SPÖ) hieß es , dass man sich der "besonderen Situation von Graz" wohl bewusst sei. Man habe "ein umfassendes Paket unterschiedlicher Maßnahmen" erarbeitet, dass neben der Beschäftigung von Schulsozialarbeitern u.a. eine von Beratungslehrern und Sonderpädagogen umfasst. "Mit Beratungslehrern wurde die Stadt Graz zusätzlich gut bedacht", so Büroleiter Klaus Ebner. An einen personellen Ausbau im Herbst ist nicht gedacht. "Der Einsatz der Schulsozialarbeiter wird bis Ende des Schuljahres 2010/11 von der Universität Graz evaluiert, erst dann werden weitere Maßnahmen geplant", so Ebner. Im gesamten Bundesland finanziert das Land Steiermark zehn Schulsozialarbeiterposten. (APA)

 

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