Assad zu Nahost-Gesprächen in der Türkei

8. Mai 2010, 14:45
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Ankara zu neuem Vermittlungsversuch zwischen Syrien und Israel bereit

Ankara - Zu Gesprächen über bilaterale Fragen und Möglichkeiten einer Wiederbelebung des Friedensprozesses im Nahen Osten ist der syrische Präsident Bashar al-Assad am Samstag in Istanbul mit dem türkischen Präsidenten Abdullah Gül zusammengetroffen. Auf der Tagesordnung stand ein Ausbau der bilateralen Beziehungen. Die türkische Regierung ist grundsätzlich bereit, neue indirekte Gespräche zwischen Syrien und Israel zu vermitteln. Die Kontakte sind seit der israelischen Gaza-Offensive Anfang 2009 unterbrochen.

Syrien verlangt die bedingungslose Rückgabe der von Israel besetzten Golan-Höhen; der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat jedoch erklärt, er sei nicht bereit, das Gebiet aufzugeben. Israels Außenministers Avigdor Lieberman hatte Gespräche mit Syrien praktisch ausgeschlossen, weil die Führung in Damaskus "terroristische Organisationen" wie die palästinensische Hamas und die libanesische Hisbollah unterstütze und bewaffne und dem Iran bei dessen Atomprogramm den Rücken stärke. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte seinerseits Israel als "Gefahr für den Frieden" bezeichnet.

Die Beziehungen zwischen Syrien und der Türkei hatten sich nach der amerikanischen Irak-Invasion wesentlich verbessert. Beide Länder wollen die Entstehung eines Kurdenstaates im Nordirak verhindern. Streit zwischen Syrien und der Türkei gab es in der Vergangenheit vor allem um Territorialfragen und die Verteilung des Euphrat-Wassers und das Verhältnis zu den türkisch-kurdischen Rebellen. Eine Verbesserung des bilateralen Verhältnisses war eingetreten, nachdem Damaskus auf Druck aus Ankara der Kurdischen Arbeiterpartei PKK die Unterstützung entzogen hatte. Es besteht ein alter Territorialdisput zwischen den Nachbarländern: Damaskus beansprucht das Gebiet um Iskenderun, die Provinz Hatay (den einstigen Sandschak von Alexandrette), die Frankreich kurz vor dem Zweiten Weltkrieg als damalige Völkerbund-Mandatsmacht an die Türkei abgetreten hatte. (APA/apn)

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