Acht Kilometer langer Ölteppich auf Donau

5. Mai 2010, 18:25
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Passagierschiff verlor Diesel wegen defekten Ventils - Etwa dreißig Passagier- und Frachtschiffe saßen fest

Wien - Fast wie im Golf von Mexiko ging es am Mittwoch in Greifenstein zu: Helfer brachten Ölsperren aus, um Schlimmeres zu verhindern. Schuld war hier keine gesunkene Ölplattform, sondern das Donau-Passagierschiff „Fidelio". Der Kapitän hatte in der Nacht Diesel vom Haupttank in den Tagestank umgefüllt, wegen eines defekten Überlaufventils ging der Tank über. Der Mann bemerkte das Versehen nicht, kurz vor Mitternacht alarmierte ein Wirt die Polizei. 

30 Meter breite Ölspur

Wie viel Treibstoff austrat, konnte nicht geklärt werden, eine 30 Meter breite Ölspur zog sich jedoch acht Kilometer flussabwärts bis nach Klosterneuburg. Viel braucht es dafür allerdings nicht: „Schon ein Liter breitet sich enorm aus und schaut furchtbar aus", erklärte ein Feuerwehrmann. Die Donau wurde für den Schiffsverkehr zwischen Greifenstein und dem Kraftwerk Freudenau für einige Stunden gesperrt - eine äußerst seltene Maßnahme, wie es im Verkehrsministerium hieß. Etwa dreißig Passagier- und Frachtschiffe saßen fest.

Ölsperren und Chemikalien

170 Mann der Freiwilligen Feuerwehr Tulln und Klosterneuburg versuchten, den Diesel mit Ölsperren zu stoppen. Die Wiener Feuerwehr stand beim Kraftwerk Freudenau mit Ölsperren bereit. Weil der Film zu dünn war, konnte er mit den Schläuchen nicht aufgehalten werden. Der Teppich wurde daraufhin mit Chemikalien besprüht, die dafür sorgen sollen, dass er sich auf seinem Weg ins Schwarze Meer selbst abbaut. Im Kraftwerk Greifenstein blieben Teile des Öls hängen, die Feuerwehr saugte sie mit speziellen Geräten ab. Eine Gefahr für die Umwelt bestand laut Feuerwehr nicht. (tob, DER STANDARD Printausgabe 6.5.2010)

 

 

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