Blutende Ohren und andere Massaker

4. Mai 2010, 16:26
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Am Mittwoch werden sich Wiener Fans von Underground-Musik mindestens vierteilen wollen müssen - Ein Rundgang durchs Angebot

Wien - So umkämpft wie der kommende Mittwoch, der 5. Mai, im Wiener Konzertkalender ist, waren zuletzt nur die Straßen von Berlin Kreuzberg. Der gemeine Underground-Freund wird sich mindestens vierteilen müssen. Aber der Reihe nach: Platzhirschiges bietet das Chelsea mit einem Auftritt des immer witzigen Austrofred, der Perlen und Säue aus dem Austro-Pop durch den Freddie-Mercury-Fleischwolf dreht.

Auch nicht unlustig wird ein weiterer Auftritt von Jacques Palminger im Wiener Brut im Konzerthaus, der mit seiner Band, den Kings of Dub Rock, einen neuen Tonträger im Gepäck dabei hat, das Lied für Alle.

Forschen Schwedenrock spielen im Wiener Wuk The Fast Forwards, die aktuell durch Österreich touren. Im Rhiz tritt der heimische Folker Antcar im Rahmen der Clubschiene Please Stay At Home auf.

Ungleich extremer und lauter wird es ein paar Gürtelbögen weiter im B72, wo die aus New York stammende Band A Place To Bury Strangers wie einst The Jesus & Mary Chain liebliche Sixties-Melodien mit grindigen Gitarren zumüllt. Ein alter Schmäh, der (fast) immer zieht und im Falle von A Place To Bury Strangers mit brachialem Nachdruck kredenzt wird. Abteilung blutige Ohren!

Zu guter Letzt findet am Mittwoch im Wiener Flex auch noch ein Konzert des Brian Jonestown Massacre statt. Die Band von Anton Newcombe aus San Francisco genießt zweierlei Ruf. Einmal jenen, dass sie aufgrund ihres Chefs, einem eher gebeutelten Charakter, etwas sprunghaft bis verrückt ist. Und einmal jenen einer genialen Live-Band, die ihren aus der Sixties-Psychedelic bezogenen Sound wie wenige andere ins Jetzt hieven können. Hoffen wir auf einen guten Tag im Leben des Herren Newcombe.

Alle Konzerte beginnen nach Einbruch der Dunkelheit! (flu, DER STANDARD/Printausgabe, 04.05.2010)

  • Die New Yorker A Place To Bury Strangers heben im B72 eine Grube aus.
    foto: b72

    Die New Yorker A Place To Bury Strangers heben im B72 eine Grube aus.

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