Ophüls und Ophüls

3. Mai 2010, 14:51
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Filmschau zu Max und Marcel Ophüls im Österreichischen Filmmuseum im Rahmen der Wiener Festwochen - Max Ophüls als "Zentralgestalt der Filmgeschichte"

Wien - "Wo Entertainment und Wahrheit Hand in Hand gehen", werden Max Ophüls und sein Sohn Marcel in der umfangreichen Filmschau "Ophüls und Ophüls" verortet. Das filmische Gesamtwerk von Max und die großen Dokumentarfilme von Marcel Ophüls werden im Rahmen der Wiener Festwochen im Österreichischen Filmmuseum von 8. Mai bis 13. Juni erstmals gemeinsam gezeigt. Als Gast wird der 82-jährige Marcel in Wien sein.

Max Ophüls, 1902 als Max Oppenheimer geboren, arbeitete zunächst für Theater und Radio, ehe er Anfang der 1930er Jahre den Tonfilm-Olymp bestieg: Bereits ein Jahr nach seinem Filmregiedebüt gelang ihm mit der Schnitzler-Adaption "Liebelei" (1933) ein Welterfolg. Die folgenden Werke entstanden auf der Flucht vor den Nazis - in Italien ("La signora di tutti"), den Niederlanden ("Komedie om geld") und vor allem in Frankreich ("Yoshiwara", "Werther", "Sans lendemain"), wo er trotz antideutscher Stimmung rasch Fuß fassen konnte.

In Kalifornien, wo er 1941 ankam, wurde er hingegen nie wirklich heimisch. Mit "The Exile", "Letter from an Unknown Woman", "Caught" und "The Reckless Moment" sind ihm dennoch vier große und ungewöhnliche Hollywood-Werke gelungen. 1949 kehrte Ophüls zurück nach Frankreich und mit "La Ronde" zurück zu Weltruhm. Die letzten drei Geniestreiche seiner Laufbahn - "Le Plaisir", "Madame de ..." und "Lola Montez" - sind mitverantwortlich dafür, dass Ophüls heute unstrittig als eine Zentralgestalt der Filmgeschichte firmiert.

"Max Ophüls, das ist das Gleiten, Begleiten, Rasen, Flanieren, Kreisen, Wirbeln der Kamera", schreibt das Filmmuseum im Programmtext zur Schau und bekennt, dass Vater und Sohn Marcel zwei gänzlich verschiedenen Traditionen des Kinos angehören. Max Ophüls kreiste melancholisch und elegant um das Ideal und die Realität der Liebe, Marcel bohrte hartnäckig in der Zeitgeschichte, zumeist am Terrain von Krieg und Völkermord.

"Für Max Ophüls war der Film 'ein Kampf zwischen den schönen guten Waren und dem Wahren-Schönen-Guten'", zitiert das Filmmuseum den großen Filmemacher. "Marcel Ophüls geht es darum, 'den Dokumentarfilm dem großen Kino anzunähern'." Beide zeigen in ihrem Werk, wozu die Menschen in der Liebe, im Krieg und in der Politik fähig sind - Wahrheit und Unterhaltung, Hand in Hand. (APA)

  • Marcel Ophüls
    foto: österreichisches filmmuseum

    Marcel Ophüls

  • Max Ophüls
    foto: österreichisches filmmuseum

    Max Ophüls

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