Shuttleworth: "Window Indicators" sollen den Desktop aufräumen

3. Mai 2010, 14:28
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Statusanzeigen für einzelne Anwendungen sollen direkt in Fensterrahmen wandeln - Keine eigene Statuszeile mehr

Im Rahmen des Projekt "Ayatana" hat man sich bei Ubuntu in den letzten Monaten verstärkt der Hinterfragung aktuellen Desktop-Konzepte gewidmet. In Form des MeMenus oder auch der "Application Indicators" hat sich hier im aktuellen Ubuntu 10.04 schon so manches getan, in einem Blog-Eintrag diskutiert Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth nun aber ein weiteres Puzzlestück im eigenen Bestreben zur Usability-Verbesserung.

Fenster

Mit den "Window Indicators" will man einen standardisierten Ort für Statusanzeigen schaffen, dies analog zum Systemstatusbereich im Panel, aber eben nur auf einzelne Anwendungen bezogen. Entsprechende Informationen sollen dann auf der rechten Seite des Fensterrahmens landen, und damit an jenem Ort, den man mit Ubuntu 10.04 durch die Verlagerung der Fensterdekorationen nach links freigeschaufelt hat.

Anwendung

Als potentielle Beispiele für solche "Window Indicators" listet Shuttleworth die On- und Offline-Anzeige für die betreffende Anwendung - etwa bei einem Mail-Client. Auch ob ein aktuell bearbeitetes Dokument bereits gespeichert wurde, könnte hier angezeigt werden, kombiniert mit dem direkten Zugriff auf die Konfiguration eines Autosave-Intervalls. Die Darstellung von Fortschrittsanzeigen könnte man sich an dieser Stelle ebenfalls vorstellen.

Inspiration

Die Beispiele verdeutlichen es schon: Eine der Ideen hinter dem Entwurf ist der Abgang von einem eigenen Statusbereich. Die meisten Desktops würden diesen jetzt seit Windows 3.1 mitschleppen, ohne dass es dafür einen wirklich guten Grund gebe, zeigt sich Shuttleworth überzeugt. Durch den Verzicht darauf könnte man vertikalen Bildschirmplatz zurückgewinnen und statt dessen für Inhalte nutzen, zeigt sich der Ubuntu-Gründer nicht zuletzt von Google-Chrome-UI-Konzepten inspiriert.

Umsetzung

Auf technischer Seite werden die "Window Indicators" durch die aktuellen Arbeiten an den "Client Side Window Decorations" ermöglicht. Diese verlagern das Zeichnen der Fensterrahmen direkt in das grafische Toolkit GTK+ und erlauben so erweiterte UI-Designs. Für die besonders platzsparend ausgerichtete Netbook-Edition von Ubuntu sollen die Window Indicators dann gleich direkt im Panel angezeigt werden. Gemeinsam mit dem vor einigen Tagen angekündigten "globalen Menü" für Netbooks, wird so das klassische UI weitestgehend reduziert. (apo, derStandard.at, 03.05.10)

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    Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth bei der Arbeit in seinem Londoner Büro.

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