28.000 Schüler im muttersprachlichen Unterricht

30. April 2010, 06:59
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Fast die Hälfte davon auf Türkisch, knapp ein Drittel auf Bosnisch/Serbisch/Kroatisch - Mehr als die Hälfte entfällt auf Wien

Wien - Rund 28.000 Kinder erhalten an österreichischen Schulen muttersprachlichen Unterricht. Insgesamt werden 22 Sprachen angeboten, geht aus einer Anfragebeantwortung von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hervor. Rund 13.000 Schüler besuchen dabei muttersprachlichen Türkisch-Unterricht, rund 10.500 Bosnisch/Serbisch/Kroatisch-Unterricht und rund 1.800 Albanisch-Unterricht (Schuljahr 2007/08). Mehr als die Hälfte der Schüler, die muttersprachlichen Unterricht erhalten, geht in Wien in die Schule (14.200).

Muttersprachlicher Unterricht wird auf Arabisch, Albanisch, Armenisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (BKS), Bulgarisch, Chinesisch, Dari, Französisch, Italienisch, Pashto, Persisch, Polnisch, Portugiesisch, Romanes, Rumänisch, Russisch, Slowakisch, Spanisch, Tschechisch, Tschetschenisch, Türkisch und Ungarisch erteilt. Nur Bosnisch/Kroatisch/Serbisch wird dabei in allen Bundesländern angeboten, Türkisch immerhin in acht (alle außer Kärnten). Die Zahl der Lehrkräfte für den muttersprachlichen Unterricht ist in den vergangenen Jahren leicht gewachsen: 1998/99 waren es noch 291, 2007/08 bereits 336.

Knapp 15 Prozent erhalten muttersprachlichen Unterricht

Insgesamt haben laut Statistik Austria rund 200.000 Schüler eine andere Umgangssprache als Deutsch. Muttersprachlichen Unterricht erhalten davon also nur knapp 15 Prozent.

Pro Jahr schätzt das Ministerium den Aufwand für den muttersprachlichen Unterricht an den Pflichtschulen auf rund zehn Mio. Euro, wovon 57 Prozent nach Wien und 13 Prozent nach Oberösterreich gehen; die übrigen Bundesländer liegen unter zehn Prozent. Für die Bundesschulen lassen sich die Kosten laut Ministerium nicht explizit herausrechnen.

Muttersprachlicher Unterricht wendet sich an Kinder, deren Primärsprache nicht Deutsch ist, und wird ab der Volksschule als unverbindliche Übung oder Freigegenstand angeboten. Ziele sind unter anderem die Festigung der Muttersprache als Grundlage für den Bildungsprozess überhaupt sowie für den Erwerb weiterer Sprachen und die Vermittlung von Kenntnissen über das Herkunftsland.

Der muttersprachliche Unterricht ist laut Lehrplanverordnung im Ausmaß von mindestens zwei und bis zu sechs Wochenstunden anzubieten und unterliegt der Schulaufsicht. Er erfolgt entweder parallel zum "normalen" Unterricht (Team Teaching) oder zusätzlich zum Unterricht am Nachmittag. (APA)

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