Fischers Ansehen steigt, Rosenkranz verliert

16. April 2010, 18:43
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Umfrage zeigt geringe Lust, an der Wahl überhaupt teilzunehmen

Linz - 510 Wahlberechtigte hat das Linzer Market-Institut in dieser Woche angerufen, um sie im Auftrag des Standard zu fragen, ob sich ihr Bild von dem jeweiligen Präsidentschaftskandidaten während des Wahlkampfes verbessert oder verschlechtert hat - oder ob es im Wesentlichen unverändert geblieben ist.

Für Amtsinhaber Heinz Fischer ist der Wahlkampf demnach gut gelaufen. 28 Prozent sagen, dass sich ihr Bild vom Bundespräsidenten verbessert habe, 14 Prozent geben eine Verschlechterung ihres Bildes zu Protokoll. Fischer konnte demnach bei den ohnehin treuen SPÖ-Wählern besonders an Image gewinnen, im selben Ausmaß auch bei den Anhängern der Grünen, nicht einmal halb so stark bei ÖVP-Gefolgsleuten.

Hier ergibt sich ein interessantes Muster, meint Market-Chef Werner Beutelmeyer: "Die Grünen erweisen sich als besondere Fischer-Fans. Das hat aber nur zum Teil mit Sympathien für den amtierenden Bundespräsidenten oder gar für die SPÖ zu tun. Grün-Wähler sind mit größter Entschlossenheit Gegner von Barbara Rosenkranz - drei von vier Grünen geben an, dass sie bei dieser Wahl Extremismus stoppen wollen."

In der Bewertung der von der FPÖ aufgestellten Kandidatin zeigt sich: Nur zehn Prozent sagen, ihr Bild habe sich im Lauf des Wahlkampfs verbessert - aber bei 44 Prozent ist ein schlechterer Eindruck entstanden. Besonders deutlich ist das nach dem von Market festgestellten Muster bei den Grünen, aber bei den ÖVP-Wählern ist es nicht viel anders. Nur jeder 25. ÖVP-Wähler gibt an, ein besseres Bild von Rosenkranz zu haben - von Fischer haben dagegen 21 Prozent der ÖVP-Parteigänger ein besseres Bild.

Rudolf Gehring spielt da fast gar keine Rolle: Vier Prozent sehen seine Position verbessert, 16 Prozent verschlechtert. Den Daten zufolge hat er kaum in ÖVP-Kreisen Fuß fassen können - maximal elf Prozent der ÖVP-Wähler können sich vorstellen, für den christlichen Kandidaten zu stimmen.

Aufgrund der nicht wirklich abschätzbaren Auswirkungen einer niedrigen Wahlbeteiligung ist Market mit einer Prognose zurückhaltend. Derzeit sagen nur 60 Prozent, dass sie Fischer wählen wollen - noch vor drei Wochen waren es 71 Prozent. Das hat aber auch damit zu tun, dass Fischers Wahlsieg nach wie vor für 85 Prozent der Befragten als ausgemachte Sache gilt. Das könnte auf die Wahlmotivation drücken.

15 Prozent für Rosenkranz

Barbara Rosenkranz kann nach dieser Umfrage nur mit 15 Prozent rechnen und liegt damit weit unter ihrem eigenen Anspruch. Und Rudolf Gehring erreicht überhaupt nur vier Prozent der Wahlberechtigten. Derzeit sind überhaupt nur 61 Prozent entschlossen, sicher wählen zu gehen. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 17./18.4.2010)

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