Rosenkranz wird "ausreichend unterstützt"

11. April 2010, 17:07
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FP-Kandidatin: Kein Zwist mit Strache - Gehring setzt auf "spirituelle Unterstützung"

Wien - "Seien Sie beruhigt, das Verhältnis ist ein gutes." FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz fühlt sich von ihrem Parteichef Heinz-Christian Strache nach wie vor "ausreichend unterstützt", wie sie am Sonntagvormittag versicherte.

Indizien, die dem genau widersprechen, versuchte sie in der ORF-Pressestunde zu widerlegen: Dass Strache ihrem Wahlkampfauftakt in St. Pölten am Freitagabend ferngeblieben sei, habe etwa rein "private Gründe schwerwiegender Natur". Und dass es keine gemeinsamen, dafür eigene Strache-Plakate gibt, sei wiederum "grafisch und werbetechnisch eine exzellente Sache". Auch sein Wahlziel von 35 Prozent sieht Rosenkranz nicht gegen sich gerichtet. Sie selbst gab sich vergleichsweise bescheiden: Sie wolle das beste FPÖ-Ergebnis bei einer derartigen Wahl erreichen - also mehr als 17 Prozent.

"Das ist Geschichte"

Gleicher Ort, gleiche Sendung, eine Stunde früher: Auch Christen-Kandidat Rudolf Gehring muss zu Missstimmungen Stellung nehmen. Der Wiener Generalvikar Franz Schuster hatte nämlich vor einer Instrumentalisierung der Kirche gewarnt. Aus "grobem Informationsmangel", war Gehring überzeugt. Er erwartet daher eine Klarstellung Schusters: "Ich bin mir sicher, dass ich spirituelle Unterstützung von Bischöfen und Priestern habe." Mehr Beten würde dem Land gut tun: "Beten in der Öffentlichkeit ist kein Schaden. Raab und Figl haben für das Land gebetet, das hat auch geholfen." Fragen über Parallelen zum Ständestaat blockte er ab: "Das ist Geschichte."

Rosenkranz sprach sich erneut gegen eine Abschaffung des Verbotsgesetzes aus. "Selbstverständlich" verurteile sie auch Antisemitismus. Von einer Befreiung Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg wollte Rosenkranz aber so nicht sprechen. Es hätten sich sicher viele befreit gefühlt, andererseits seien die Zeiten bis 1955 so hart gewesen, dass sie auch von Zeitzeugen nicht als Befreiung empfunden werden konnten.

Während sich Gehring als Bundespräsident weigern würde, ein Gesetz über die Homo-Ehe zu unterschreiben, hätte Rosenkranz den Lissabon-Vertrag ohne eine Volksabstimmung nicht unterstützt. Ein EU-Austritt gehe auch ihr zu weit, Österreich müsse seine Interessen aber stärker vertreten. Ist für den Christen Homosexualität "ein Irrweg", gilt das bei Rosenkranz für den Feminismus, der "aggressive Züge" aufweise.

Was Gehring noch beschäftigt: Chips, die Menschen eingepflanzt werden könnten: "Bei den Hunden hat das begonnen." Er stellte klar: "Wir brauchen nicht mit einem Chip herumrennen." (pm, DER STANDARD, Printausgabe, 12.4.2010)

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    Der nächste Kandidat, bitte! ORF-"Pressestunde" im Doppelpack: Auf Rudolf Gehring folgte Barbara Rosenkranz.

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