Grüne zeigen polizeiliche Ermittler an

28. März 2010, 17:46
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Die Protagonisten der Skinhead-Doku sagen, die Polizei habe sie unter Druck gesetzt - SPÖ fordert Untersuchungskommission

Verdacht auf Amtsmissbrauch, Nötigung sowie Anstiftung zum Amtsmissbrauch: Diese Delikte "unbekannter Täter" will der Grünen-Sicherheitssprecher Peter Pilz Montag bei der Staatsanwaltschaft Wien anzeigen. 

Pilz hat den Verdacht, dass die beiden Protagonisten der Skinhead-Folge von Am Schauplatz "von Polizisten im Interesse von Heinz-Christian Strache und der FPÖ zu Falschaussagen gezwungen worden sind". Pilz sagt auch: "Damit besteht die Möglichkeit, dass Polizeibeamte an einer politischen Aktion der FPÖ gegen Journalisten des ORF beteiligt waren. Die Rolle der einschlägig bekannten Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt werden wir in diesem Zusammenhang gesondert überprüfen." Der Innenausschuss des Nationalrats sei sofort einzuberufen.

Die Sicherheitsdirektion Niederösterreich wollte sich Sonntag nicht zu Pilz äußern, Direktor Franz Prucher erklärte das mit laufenden Ermittlungen. "Die belastete Polizei selbst soll man nicht weiter ermitteln lassen", fordert SP-Justizsprecher Johannes Jarolim: Justiz- und Innenministerin mögen eine Untersuchungskommission einrichten.

Die Protagonisten der Doku berichteten am Wochenende, die Polizei Wiener Neustadt habe sie nach der Anzeige der FPÖ unter Druck gesetzt. Kevin erklärte im Kurier: "Ich habe den beiden Polizisten vierzigmal erklärt, dass es nicht so war. (...) Wir können das Spiel gern weiterspielen, haben sie gemeint, aber wenn ihr nicht kooperiert, dann werdet's euch anschauen. Also hab ich halt gesagt, was sie hören wollten."

Der Zweite, Philipp, sagte der APA: "Mir wollten sie Sachen unterjubeln, die nicht stimmen. Ich sollte etwas aussagen, was nicht stimmt. Das haben sie beim Kevin gemacht und bei meiner Freundin auch.".

Das gesamte Interview mit Philipp lesen Sie hier: Skinhead entlastet ORF massiv - Philipp, die Hauptfigur der Reportage, wollte laut Interview selbst zu FP-Veranstaltung fahren und bestreitet, neonazistische Sprüche getätigt zu haben. (APA/fid, DER STANDARD; Printausgabe, 29.3.2010)

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