ÖBB soll schweizerisch werden

11. April 2003, 14:48
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Gorbach will Verbesserung der Bahn nach Schweizer Vorbild

Wien - Der neue Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) will eine Verbesserung der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) nach Schweizer Vorbild. Vor allem in Hinblick auf Kundenservice und Angebot sollten sich die ÖBB an den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) orientieren, sagte Gorbach am Freitag nach einem Treffen mit den Vorständen von ÖBB, Schig, HL-AG, GKE (Graz-Köflach-Eisenbahn) und Raaberbahn. In der Schweiz verkehrten Züge im Halbstundentakt. Anschlusszüge seien aufeinander abgestimmt, sagt Gorbach.

Verbesserungsmöglichkeiten sieht der neue Verkehrsminister auch in Hinblick auf die Verknüpfung der Verkehrsträger. Ein besseres Zusammenspiel der Bahn mit Bus, Auto und Flug biete "noch viel Potenzial zur Attraktivierung". Die wichtigsten heimischen Verkehrsträger Schiene und Straße müssten sich künftig "sinnvoll ergänzen".

Personalstand

Parallelen zur Schweiz zieht Gorbach auch in Hinblick auf den Personalstand der ÖBB. Bei einem "ähnlichen Streckennetz" hätten die SBB 28.000 Mitarbeiter, die ÖBB 47.000 Mitarbeiter. Die ÖBB wollen mittelfristig jährlich 1.500 Mitarbeiter abbauen. Dennoch betont man bei den Bundesbahnen, dass das Schweizer Streckennetz nur knapp halb so lang sei wie das österreichische, was sich auch auf den Mitarbeiterstand auswirke.

Vor den Schweizern sehen sich die ÖBB im Güterverkehr. Während die ÖBB 2001 rund 2.500 Güterzüge betrieben hätten, seien es in der Schweiz nur 1.400. Wurden im vorvergangenen Jahr in der Schweiz 7,9 Tonnen pro Einwohner über die Schiene transportiert, seien es in Österreich 10,6 Tonnen pro Kopf gewesen, betonte ein ÖBB-Sprecher am Freitag.(APA)

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