Und der Zuschlag geht an ... Halliburton

17. April 2003, 13:08
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Der Pentagon-Auftrag zur Bekämpfung von Ölfeld-Bränden wurde konkurrenzlos vergeben

Washington - Der Pentagon-Auftrag zur Bekämpfung von Ölfeldbränden im Irak, der konkurrenzlos an eine Tochterfirma von Halliburton vergeben wurde, ist über einen Zeitraum von zwei Jahren bis zu sieben Mrd. Dollar (6,48 Mrd. Euro) wert. Dies geht aus einem Schreiben des Ingenieurkorps der US-amerikanischen Armee hervor, berichtete die "New York Times" am Freitag in ihrer Onlineausgabe. Der Vertrag ermögliche es der Halliburton-Tochter Kellog Brown & Root bis zu sieben Prozent Gewinn zu machen. Das laufe auf bis zu 490 Mio. Dollar hinaus.

Die neuen Details seien in einem Schreiben an Henry A. Waxman veröffentlicht worden, einem demokratischen Abgeordneten im Repräsentantenhaus. Waxman habe eine Untersuchungsbehörde des Kongresses aufgefordert herauszufinden, wie die Regierung Bush Kontrakte für den Wiederaufbau des Irak vergebe. Waxman und ein anderer Abgeordneter verlangten, dass dabei "Vorwürfen einer Halliburton-Sonderbehandlung durch die Regierung" besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.

Wiederaufbauprogramm lukratives Aufbauprogramm

Der US-amerikanische Vizepräsident Dick Cheney war von 1995 bis 2000 Halliburton-Chef. Cheney habe laut Waxman mehr als 30 Mio. Dollar an Bezügen erhalten. Der Wiederaufbau des Irak könne bis zu 100 Mrd. Dollar kosten und könnte zu einem der lukrativsten Bauprogramme seit Jahrzehnten werden, berichtete die Zeitung.

Das Weiße Haus habe keine Rolle bei der Auswahl einzelner Kontraktnehmer, erklärte ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der Zeitung. Kellog Brown & Root sei gewählt worden, weil es die einzige Firma sei, die einen komplexen und geheimen Plan entwickeln und ihn dann extrem kurzfristig umsetzen konnte, habe Generalleutnant Robert B. Flowers, der Leiter des Ingenieurkorps, in dem Schreiben erklärt.

"Umfassende Wettbewerbsmöglichkeiten"

Das Verteidigungsministerium habe keine öffentlichen Vorschriften für die Auftragsvergabe einhalten können weil die Kriegspläne und die Notwendigkeit zur Bekämpfung von Ölbränden im Irak Geheiminformationen gewesen seien. General Flowers versprach aber "umfassende Wettbewerbsmöglichkeiten" für die Wiederherstellung der irakischen Ölinfrastruktur.

Der gefragteste Irak-Auftrag wird von der amerikanischen Entwicklungshilfebehörde USAID in Höhe von 600 Mio. Dollar vergeben. Er beinhaltet erste Arbeiten zum Wiederaufbau irakischer Straßen, Wasser- und Stromversorgungssysteme sowie Krankenhäuser und Schulen. Diese Ausschreibung war auf fünf amerikanische Baukonzerne beschränkt worden. Dabei wurde ebenfalls die Notwendigkeit für Geheimhaltung und Schnelligkeit angeführt. Experten für die Vergabe von Regierungsaufträgen glauben jedoch, dass es Verstöße gegen internationale Handelsabkommen und staatliche Regeln gegeben haben könnte.(APA/dpa)

  • Der Ölfeld-Ausrüster Halliburton blickt einer rosigen Zukunft entgegen. Dick Cheney sei Dank?
    montage: derstandard.at

    Der Ölfeld-Ausrüster Halliburton blickt einer rosigen Zukunft entgegen. Dick Cheney sei Dank?

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