Erneute "Salzstangerl"-Debatte

22. März 2010, 15:58
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Die EU-Kommission plant, einen Salzgehalt im Brot festzulegen

Brüssel/Belin - Die fast schon jährliche "Salzstangerl"-Debatte in der EU ist wieder einmal angesagt. Diesmal geht es um Salz im Brot. Deutsche Kleinbäcker hatten kritisiert, es werde einen "geschmacklosen Einheitsbrei" geben, sollte die EU den Salzgehalt in Brot regulieren. So wolle die EU-Kommission einen Salzgehalt von maximal 1,3 Prozent im Brot festlegen, derzeit liege er in der Deutschland bei 1,8 bis 2,2 Prozent. Die SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach erklärte dazu es gebe kein Verkaufsverbot und auch keine Warnhinweise. Allerdings werde informiert, wie viel Salz drin sei und wie viele Kohlenhydrate.

"Wir haben als EU nicht die Möglichkeit, in die Mitgliedstaaten im Gesundheitssinn hineinzuregieren", sagte Kadenbach. Allerdings gebe es eine Kompetenz beispielsweise bei der "Auslobung", sprich Kennzeichnung, von gesunden Produkten. Natürlich dürfe das Salzstangerl auch mit einem höheren Salzwert verkauft werden, "aber es darf nicht als gesund beworben werden". Dies sei aber "nicht als Warnhinweis" zu verstehen.

Transparenz für Konsumenten

Der Präsident des Zentralverbandes des deutschen Bäckerhandwerks, Peter Becker, konzedierte zwar, dass kein Verbot von Brot mit hohem Salzgehalt vorgesehen sei, allerdings Warnhinweise. Dieses Etikett sei "pervers", meinte er. Amin Werner vom deutschen Bäckerverband vermutet wirtschaftspolitische Gründe hinter den Plänen. Über den Umweg des Gesundheitsschutzes wolle die Kommission den Markt für Brot in Deutschland öffnen. In anderen Ländern müsse zwingend salzreduziertes Brot hergestellt werden. Mit der entsprechenden Verordnung aus Brüssel bekäme dieses in Deutschland unbeliebte Brot gleichwertige Absatzchancen.

Bereits vor ziemlich genau einem Jahr war die EU mit ihrer Absicht, neue Grenzwerte für den Fett-, Zucker- und Salzgehalt in Lebensmitteln auszuarbeiten, unter Beschuss geraten. Die Kommission betonte, dass man keinerlei Brot verbiete, weder in Deutschland noch sonst wo in der EU. Wichtig sei aber mehr Transparenz für die Konsumenten. (APA)

  • Die Kommission betonte, dass man keinerlei Brot verbiete, weder in
Deutschland noch sonst wo in der EU. Wichtig sei aber mehr Transparenz
für die Konsumenten.
    foto: standard/matthias cremer

    Die Kommission betonte, dass man keinerlei Brot verbiete, weder in Deutschland noch sonst wo in der EU. Wichtig sei aber mehr Transparenz für die Konsumenten.

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