Rotes Kreuz: Truppen müssen Chaos beseitigen

11. April 2003, 13:23
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"Die Lage ist sehr ernst" - Alliierten sollen Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung sichern

Genf - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat die US-geführten Truppen im Irak angesichts der Plünderungen in vielen Städten nachdrücklich aufgefordert, für Ordnung zu sorgen. "Gemäß der Genfer Konvention ist es die Sache der Besatzungsstreitkräfte, Recht und Ordnung durchzusetzen", sagte IKRK-Sprecherin Nada Doumani am Freitag in Genf. Es sei nicht klar, in welchem Umfang die Infrastruktur und die medizinische Versorgung noch funktionierten. "Unsere große Sorge ist der Zustand chaotischer Unsicherheit in Bagdad", sagte sie.

Nach Angaben des IKRK sind in Bagdad kleinere Krankenhäuser mittlerweile geschlossen, größere Krankenhäuser seien nicht zu erreichen. "Das bedeutet, dass die Menschen keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Die Lage ist sehr ernst", sagte Doumani.

Auch UNO-Hauptquartier wurde geplündert

Seit dem Einrücken von US-Truppen in das Zentrum von Bagdad wurden zahlreiche Gebäude in der Hauptstadt geplündert, darunter auch das UNO-Hauptquartier, ohne dass die US-Truppen eingriffen. Am Donnerstag hatten bewaffnete Plünderer nach Angaben des IKRK das El-Kindi-Krankenhaus in Bagdad überfallen und von Betten bis hin zur medizinischen Ausrüstung alles mitgenommen. Nach Berichten von Reuters-Korrespondenten versinkt die Stadt immer mehr im Chaos. Bewaffnete Männer zögen durch die Straßen. Plünderungen gab es auch in Mossul im Nordirak, wo am Freitag kurdische Peschmerga-Kämpfer die Kontrolle übernahmen. (APA/Reuters)

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