Schwierige Zeiten für Handheld-Pionier Palm

16. März 2010, 14:06
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Es könnte eng werden - Smartphone Pre in den USA weniger erfolgreich als erwartet

Vor einem Jahr schien der Erfolg zu Palm zurückgekehrt: Ein neuer Vorstandschef, der Erfahrungen bei Apple mitbrachte, ein neues Smartphone und ein neues mobiles Betriebssystem. In diesem Jahr aber ist es still geworden um Palm und einige Analysten in den USA zweifeln bereits, ob das Unternehmen noch länger als ein oder zwei Jahre seine Selbstständigkeit erhalten kann.

Es könnte eng werden

Nach Einschätzung dieser Experten könnte es zu eng werden für den Palm Pre auf einem Markt, der vom iPhone, vom Blackberry und von den Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android bestimmt wird. Palm hat wichtige Pionierarbeit geleistet in den frühen Tagen der Handheld-Computer, auch wenn sich der 1996 eingeführte Palm Pilot nicht durchsetzen konnte.

Danach blieb es lange ruhig um das kalifornische Unternehmen, das nach einem Intermezzo im Besitz von U.S. Robotics und 3Com seit dem Jahr 2000 wieder selbstständig ist. Im vergangenen Jahr, bei der International Consumer Electronics Show (CES) im Jänner in Las Vegas, präsentierte Vortstandschef Ed Colligan dann den "Relaunch" von Palm: Das elegante Touchscreen-Smartphone Palm Pre wurde allenthalben als ernstzunehmende Konkurrenz für das iPhone von Apple gefeiert. Schließlich bietet das Pre-Betriebssystem webOS im Unterschied zum iPhone die Möglichkeit, mehrere Anwendungen gleichzeitig zu nutzen.

Neustart

Für zusätzlichen Optimismus sorgte im Juni 2009 die Berufung von Jon Rubinstein an die Vorstandsspitze. Schließlich hatte der 53-Jährige zuvor ein Jahrzehnt lang miterlebt, wie Apple seinen Neustart gemeistert hat.

Nach der Einführung des Palm Pre im gleichen Monat konnten die hohen Erwartungen in den USA aber offenbar nicht erfüllt werden. In dem Ende November abgeschlossenen Quartal lieferte Palm weltweit 783.000 Smartphones aus, darunter auch Restbestände älterer Geräte. Vor dem nächsten Quartalsbericht, der am Donnerstag ansteht, korrigierte Palm seine Prognose nach unten.

Stimme

Das Palm-Smartphone wird von den Analysten weiter gelobt. Aber offenbar ist es für Palm ein Problem, in dem gedrängten Smartphone-Markt die eigene Stimme zu Gehör zu bringen. Und für die Mobilfunkanbieter, die den Pre in den USA verkaufen - Verizon und Sprint - ist das Palm-Gerät nicht das einzige Smartphone im Angebot.

Die Gewichte im Smartphone-Markt sind ungleich verteilt. Palm braucht ein ganzes Quartal, um so viele Smartphones zu verkaufen wie Apple in weniger als einer Woche. Und Blackberry-Hersteller RIM gibt sechsmal so viel für Marketing aus als Palm. Der Analyst Shaw Wu von Kaufman Bros. hält es für möglich, dass Palm im nächsten Jahr von einem Unternehmen wie Motorola oder Dell gekauft wird. Wu erwartet, dass sich der Smartphone-Markt in die gleiche Richtung entwickeln wird wie der PC-Markt. Am Anfang drängten sich dort viele Hersteller, die sich dann aber sortierten in eine kleine Liste mit Gewinnern und einem großen Schwarm von Verlierern. (von Rachel Metz/apn)

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