Tirol: SPÖ verliert in "Prestigegemeinden"

14. März 2010, 20:34
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ÖVP legt bei Mandaten zu - FPÖ stellt in St. Jakob den Bürgermeister, bleibt aber unter den Erwartungen

Innsbruck- Bei den Tiroler Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen traten 963 Listen und 570 Bürgermeisterkandidaten an. Ein offizielles Endergebnis wird bei den Tiroler Wahlen nicht veröffentlicht.

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Die SPÖ hat zwar in mehreren kleinen Orten gewonnen, in "Prestigegemeinden" wie etwa Reutte oder Landeck aber verloren. Die ÖVP legte bei Mandaten zu, einige ihrer "Ortskaiser" müssen sich in 14 Tagen aber einer Stichwahl stellen, die in insgesamt 26 Orten ansteht. Die FPÖ blieb deutlich unter ihren Erwartungen. Auch die Grünen verloren an Terrain, etwa in Osttirol.

"Rote" Ortschefs gibt es seit Sonntag unter anderem in Kundl, Kirchberg, Radfeld, Natters oder Patsch. In Lienz oder Zirl hofft die SPÖ noch auf die Stichwahl. Den Verlust von Reutte, wo der amtierende SP-Bürgermeister Helmut Wiesenegg nicht einmal in die Stichwahl kam, bezeichnete SP-Chef Hannes Gschwentner als "Wermutstropfen". In der SP-Hochburg Landeck verteidigte Bürgermeister Engelbert Stenico zwar sein Amt, sieht sich im Gemeinderat aber plötzlich mit einer absoluten Mehrheit der Opposition konfrontiert.

Die ÖVP eroberte in Hall mit Johannes Tratter überraschend nicht nur auf Anhieb den Bürgermeister, sondern im Gemeinderat die absolute Mehrheit. In Kufstein, Wörgl oder Lienz müssen die bisherigen VP-Amtsinhaber nun in die Stichwahl.

FPÖ unter Erwartungen

Unter den Erwartungen blieb die FPÖ. In der Minarettgemeinde Telfs muss VP-Ortschef Stephan Opperer in die Stichwahl - gegen einen VP-nahen Gegner. Die FPÖ kam dort nur auf zwei Mandate. FP-Wahlkampfleiter Walter Gatt ortete jüngste Diskussionen um den Tiroler FP-Abg. Werner Königshofer und Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz als Ursache für das Abschneiden seiner Partei. Freuen konnte sich die FPÖ lediglich über den Bürgermeistersessel in St. Jakob in Defereggen, den FP-Landesparteiobmann, LAbg. Gerald Hauser gewann.

Grüne haben in Osttirol schlecht abgeschnitten

Schmerzliche Verluste gab es für die Grünen. Etwa in Matrei in Osttirol oder Lienz wurden die Grünen nicht einmal mehr in den Gemeinderat gewählt.

Einen Achtungserfolg erzielte der Liste-Fritz-LAbg. Gottfried Kapferer in Fulpmes, der dort in die Bürgermeisterstichwahl kam. Bürgerklub-LAbg. Thomas Schnitzer verlor sein Bürgermeisteramt in Ehrwald im Außerfern.

Bei der "Frauenquote" legten die Tiroler Gemeinden am Sonntag nur wenig zu. In den 276 Orten mit Wahlentscheidungen gab es bisher nur eine Frau an der Gemeindespitze. Seit Sonntag sind es insgesamt drei, rechnet man die Landeshauptstadt Innsbruck dazu gibt es vorerst vier Bürgermeisterinnen in Tirol. (APA, red)

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