OpenGL 4.0 fordert DirectX11 heraus

12. März 2010, 09:42
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Khronos Group veröffentlicht überraschend flott neue Version der offenen Grafik-Spezifikation - Soll wieder federführend am Desktop werden

Früher ein recht offenes Rennen hatte es in den letzten Jahren zumindest unter Windows den Eindruck gemacht, als ob sich DirectX endgültig gegen OpenGL als die zentrale API für 3D-Grafiken festsetzen kann. Doch so einfach will man sich bei der derzeit für den freien Standard zuständigen Khronos Group nicht geschlagen geben: Parallel zum - erwarteten - inkrementellen Updates auf OpenGL 3.3 wurde auch gleich eine ganz neue Generation der Spezifikation veröffentlicht: OpenGL 4.0.

Pläne

Dieses positioniert man dabei unübersehbar als Herausforderer für Microsofts aktuelles DirectX 11, OpenGL soll in Feature-Hinsicht mit der offiziellen Windows-Lösung gleichziehen, dies aber eben plattformunabhängig und offen spezifiziert. Dies auch aus der Erkenntnis, dass sich die Hardwareentwicklung derzeit an DirectX ausrichtet. Zu den Neuerungen gehört unter anderem "Hardware Tesselation", durch die auf aktuellen CPUs Polygone direkt von der GPU unterteilt werden, was eine detailliertere Darstellung ermöglicht.

Details

Durch Per-Sample Fragment Shaders und programmierbare Fragment-Shader-Input-Positionen ergeben sich neue Möglichkeiten beim Anti-Aliasing und allgemein eine verbesserte Render-Qualität. Darüber hinaus verspricht man zahlreiche Performance-Verbesserungen, beispielsweise durch den Support für instanzierte Geometry-Shader.

Parallel

Die parallele Veröffentlichung von OpenGL 3.3 übernimmt einen Teil der OpenGL 4.0-Verbesserungen, aber eben für jene Hardware, die die neue Generation der Spezifikation nicht vollständig unterstützen kann. Erste Treiber mit OpenGL-4.0-Support soll es bereits in Kürze geben, Nvidia will hier Ende März den Vorreiter spielen, von AMD/ATI gibt es bislang kein Statement mit einem konkreten Termin.

Basis

Hinter der Khronos Group steht ein Zusammenschluss zahlreicher Hard- und Softwarehersteller, der sich neben OpenGL auch um andere Standards wie OpenCL kümmert. Mit OpenGL 4.0 hofft man auch am Desktop wieder federführend zu werden - im Mobilbereich befindet man sich ja ohnehin bereits in dieser Rolle. (red, derStandard.at, 12.03.10)

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