Umwelteinflüsse als Belastung für Nutztiere

10. April 2003, 15:15
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Studie der Universität Innsbruck: Landwirte sehen Einflüsse durch Verkehr, Hochspannungsleitungen und Handymasten

Innsbruck - Straßen, Hochspannungsleitungen und Handymasten wirken sich auf das Verhalten der Nutztiere aus. Ein "erheblicher" Anteil der Tiroler Landwirte sieht Umwelteinflüsse als Belastung für den Hof, ergab eine am Donnerstag präsentierte Studie der Universität Innsbruck.

Ziel der Studie der Universitätsklinik für Radiodiagnostik und dem Institut für medizinische Physik war es, die Belastungen der Nutztiere durch Elektrosmog und elektromagnetische Strahlen zu ermitteln. Insgesamt 7.500 Fragebögen wurden dafür in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer an die Bauern verteilt.

Rund 25 Prozent der Befragten gaben Straßen als Belastung an. Für rund 22 Prozent waren Hochspannungsleitungen bedrohlich. Rund 14 Prozent fühlten sich durch Handymasten negativ beeinflusst. Mindestens eine Krankheitserscheinung bei ihren Tieren gaben rund 35 Prozent der Landwirte an. Fruchtbarkeitsstörungen wurden dabei am häufigsten genannt.

Auffallend

Weltweit gebe es auffallende Fruchtbarkeitsstörungen bei Rindern, erklärte der Präsident der Tierärztekammer für Tirol, Josef Kössler. Könne man durch Elektrosmog verursachte Faktoren ausschalten, so sei dies ein "wichtiger" Schritt für die Züchtung. Mindestens eine Verhaltensauffälligkeit stellten rund neun Prozent der Bauern fest. Trippeln, Nervosität, Appetitlosigkeit und das Anziehen eines Beines seien ebenfalls beobachtet worden. Landwirte, die einen Hof in niederen Lagen und einen in höheren besitzen, stellten bei dem niedergelegenen Hof "vermehrte Verhaltensauffälligkeiten" fest, sagte der Autor der Studie, Michael Verius.

In einem nächsten Schritt sollen Messungen der elektromagnetischen Strahlen an einzelnen Bauernhöfen stattfinden, kündigte der zweite Autor der Studie Ralf Huttary an. (APA)

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