Unbezahlte Arbeit ist Frauenarbeit

7. März 2010, 20:30
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Von einer fairen Arbeitsaufteilung sind wir weit entfernt, das zeigen erste Ergebnisse aus dem Frauenbericht 2010

Wien - Kochen, waschen, bügeln oder Kinderbetreuung - alles Tätigkeitehn, die unbezahlt sind und zum überwiegenden Teil von Frauen erledigt werden. Die Verteilung der unbezahlten Arbeit ist ungerecht, denn zwei Drittel davon entfallen auf Frauen. Das geht aus ersten Unterlagen zum Frauenbericht 2010 von Ministerin Heinisch-Hosek hervor. Sie kündigte an, den Bericht noch vor dem Sommer zu veröffentlichen. 

Laut der Zeitverwendungsstudie 2010 sind fürs Bügeln zu 89 Prozent die Frauen zuständig, ähnlich verhält es sich beim Wäschewaschen - nur zu 15 Prozent wird diese Tätigkeit von Männern verrichtet. Kochen ist ihnen da schon lieber, zu einem knappen Drittel übernehmen Männer diese Aufgabe. Wenn es darum geht, Zeit mit den Kindern zu verbringen, sei es zum Lernen oder Spielen, tun dies in 41 Prozent der Fälle Männer, zu 59 Prozent Frauen.

Gleiche Arbeitsaufteilung?

Von einer gleichen Arbeitsaufteilung ist man in der Realität weit entfernt und in den vergangenen Jahren hat sich das nur marginal geändert. Haben 1992 Frauen 69 Prozent der unbezahlten Arbeit erledigt, waren es im Jahr 2009 noch immer 66 Prozent. "Es hat sich nichts verändert. Männer sind zu bequem und Frauen machen es ihnen zu leicht. Wir sollten fordernder werden. Auch Männer sollten ihren Teil an der Familienarbeit leisten. Das sind alles Tätigkeiten, die sie genauso erledigen können", so Heinisch-Hosek. Sie weist vor allem auch darauf hin, dass Frauen heute so gut wie nie zuvor ausgebildet sind. 

"Halbe-Halbe ist in den letzten 15 Jahren nicht Wirklichkeit geworden. Leider, denn es könnte helfen, dass mehr Frauen Vollzeit tätig sind", meinte die Ministerin. Gerade aufgrund des neuen einkommensabhängigen Kindergeldes hätten Männer nun keine Ausrede mehr.
Heinisch-Hosek pochte auch auf die Einkommensgerechtigkeit. "Gerechter Lohn bewirkt auch, ein selbstständiges, unabhängiges Leben führen zu können." Neben der Einkommenstransparenz in den Betrieben sind vor allem österreichweit einheitliche Standards bei der Kinderbetreuung und eine verpflichtende Quote für Frauen in Führungspositionen zentrale Anliegen der Ministerin. "Mit Freiwilligkeit geht es nicht. Ich will mehr Chefinnen, weil Entscheidungen dadurch vielfältiger werden." (APA)

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    "Halbe-Halbe ist in den letzten 15 Jahren nicht Wirklichkeit geworden", so Gabriele Heinisch-Hosek.

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