Jobs und Berufsfelder im IKT-Bereich

4. März 2010, 16:28
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IKT-Jobs gibt es trotz Outsourcing genug, spezielle Kenntnisse sind in der IT-Verwaltung nicht gefragt - derStandard.at hat per Rundruf nachgefragt

IKT-Kompetenz ist zu einer Grundanforderung in der heutigen Arbeitswelt geworden. Sie hat mittlerweile einen ähnlich Stellenwert wie Sprach- und Rechenfertigkeiten: Allesamt sind sie unerlässlich. Und der Wirtschaftsmotor brummt, gerade in angespannten Zeiten. Die Zukunft ist rosig, glaubt man Alcatel-Lucent Boss Harald Himmer: "Auf die Informations- und Kommunikationstechnologie lassen sich mittlerweile 40 Prozent der jährlichen Produktivitätssteigerung in einer Volkswirtschaft zurückführen."

Allein in Wien werden knapp 15 Prozent der Bruttowertschöpfung durch Informationstechnologie erzielt. Zum Vergleich: Der Tourismus macht gerade mal ein wenig mehr als 2 Prozent aus. Die Dichte beim Einsatz von IKT in Österreichs Wirtschaft ist enorm: Laut Statistik Austria haben im Jänner letzten Jahres bereits 98 Prozent der österreichischen Unternehmen mit mindestens 10 Beschäftigten das Internet.

Zusammenarbeit neu organisieren

Bei der Unternehmensgruppe der Casinos Austria/Österreichische Lotterien sind 160 IT-Mitarbeiter beschäftigt. Und der Bedarf steigt. "Zum einen wollen wir die Produktinnovationen auf unterschiedlichen Plattformen wie das Spiel über Annahmestellen, Online-Gaming und mobile Applikationen unterstützen, zum anderen zwingen uns die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen dazu, in IT zu investieren, sagt Pressesprecherin Karoline Prechtl. IT-Bearbeiter werkeln bei den Casinos im Anforderungsmanagement, in der Software-Entwicklung aber auch für die firmeninterne Netzwerktechnik.

Firmen stehen aber auch vor der Herausforderung, Zusammenarbeit neu organisieren zu müssen. IT sorgt für neue Investitionen und schnellere Kommunikation, im Zuge vereinfachter Arbeitsprozesse muss das aber nicht zwangsläufig einen Job-Boom zur Folge haben, zumindest nicht im Inland. In einer Welt von Freelancern in der sich Hierarchien aufzulösen beginnen, zugunsten zunehmender Projektorientierung, sind oft verschiedene Bereiche eines Unternehmens nur lose aneinander gekoppelt. 

MS Office-Kenntnisse

Convenience-Produkte Hersteller Unilever hat seine IT-Abteilung an British Telecom und Unisys ausgelagert. "Für IT-Lösungen werden internationale Bestellungen aufgegeben, derzeit übersiedeln wir gerade. Das drahtlose Internet wird gerade von ein paar Engländern eingerichtet", sagt Karin Höfferer aus der PR-Abteilung. Bei Unilever koordiniere eine Person auf Management-Ebene die ausgelagerten Firmenbereiche. Wie viele Mitarbeiter das sind, sei nicht bekannt. Welche IT-Kenntnisse werden vorausgesetzt? "Im Büro gibt es keine strengen Kriterien: Falls das Office-Paket nicht beherrscht wird, gibt es einen Help-Desk in deutscher Sprache und eine Hotline, die helfen kann."

Hauptsächlich am Help-Desk

Spezialwissen schade nicht, in der IT-Verwaltung ist es aber keine Grundvoraussetzung. Beim Kunststoffhersteller Borealis sind etwa 100 IT-Mitarbeiter tätig, davon arbeiten rund ein Viertel in Österreich, ein Zahl die mehr oder weniger konstant ist, wie es seitens des Konzerns heißt. "Wir beschäftigen hauptsächlich Mitarbeiter im Informationsdienst, SAP- und Fertigungsspezialisten. Übliche PC-Softwareanwendungen werden im Rahmen der Einarbeitung vermittelt", sagt Kerstin Meckler, Pressesprecherin bei Borealis. 

Ungeachtet dessen ruhen die Hoffnungen auch auf den KMUs (Kleine und mittlere Unternehmen). IT-Sicherheit spielt bei kleineren Firmen eine immer größere Rolle. Die Prognosen für die IT-Branche: Laut der Fachzeitschrift Computerwelt werden in den nächsten vier Jahren 14.000 neue Arbeitsplätze in Österreich entstehen. Bis 2013 soll es 188.000 IT-Jobs geben. (red/derStandard.at, 4.3.2010)

  • In vielen Berufen wird inzwischen Erfahrung mit Textverarbeitungsprogrammen oder Software für Tabellenkalkulationen vorausgesetzt.
    foto: standard/robert newald

    In vielen Berufen wird inzwischen Erfahrung mit Textverarbeitungsprogrammen oder Software für Tabellenkalkulationen vorausgesetzt.

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