Schicker: U2-Anbindung kommt nicht

18. Februar 2010, 14:03
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"350 Meter zur U-Bahn sind im internationalen Schnitt sehr gut", erklärt Verkehrsstadtrat Schicker zur Rechnungshof-Kritik

Rust - Die Kritik des Rechnungshofes (RH) an der Verkehrsanbindung des neuen Wiener Hauptbahnhofes hat Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) am Donnerstag verärgert zurückgewiesen: "Wir haben wenig Verständnis dafür, dass sich ein Kontrollorgan zu einem Planungsorgan entwickelt. Hier maßt sich der Rechnungshof etwas an, das nicht in seiner personellen Ausstattung Niederschlag findet." 

Man schaue sich alle Punkte des Rechnungshofes, "aber eine Führung der U1 noch näher zum Hauptbahnhof ist technisch nicht herstellbar, und eine U2-Orientierung am Hauptbahnhof ist aus planerischen und technischen Gesichtspunkten nicht sinnvoll - daher wird das auch nicht kommen, erklärte Schicker.

350 Meter zur U-Bahn

Wenig Verständnis zeigte Schicker auch für die Bemängelung des 350 Meter langen Weges zwischen Hauptbahnhof und der nächsten U1-Station am Südtiroler Platz: "Plan lesen, Unterlagen anschauen, vielleicht selbst die Distanz abgehen, dann kommt man drauf: Die U-Bahn fährt natürlich dorthin." 350 Meter seien im internationalen Schnitt sehr gut. Beim alten Südbahnhof habe man zehn Minuten von Bahnsteig zu Bahnsteig benötigt, in Zukunft sechseinhalb.

Standseilbahn für Rechnungshof zu teuer

Auch die Kritik an der geplanten Standseilbahn wegen zu hoher Kosten und einen zu geringen Deckungsgrad ärgert Schicker. "Ich kann überhaupt nicht verstehen, wieso ein Rechnungshof in einer so frühen Phase derart geharnischte Kritik auffährt." Man prüfe sorgsam und intensiv.

Schicker: Kapazität der U1 reicht

Die Prognose, dass die Kapazität der U1 nicht ausreiche, werde nicht eintreffen: "Wir haben solche Unkenrufe auch bei der U6 gehört." Diese bewähre sich aber in Zeiten des Hauptbahnhof-Provisoriums am Standort Meidling: "Die rein rechnerische Überlegung ist immer anders zu sehen als die Praxis." Derjenige, der glaube, dass Kapazität bedeute, dass immer alle einen Sitzplatz in der U-Bahn hätten, der müsse ins Taxi umsteigen. Auch ziehe der RH weder die S-Bahn-Anbindung, noch den D-Wagen in seine Überlegungen mit ein.

Kostenrahmen von 669 Mio. Euro könnte halten

Die Zweifel des RH, ob die geplante U2-Trasse unterhalb des Diplomatenviertels technisch überhaupt machbar sei und falls ja, ob der Kostenrahmen von 669 Mio. Euro halte, hält Schicker ebenfalls für unbegründet. Die Generalplanung zur U2-Trasse sei noch nicht abgeschlossen, aber jetzt sei schon klar: "Technisch ist die Trassenführung machbar, inwieweit der Betrag hält, kann ich jetzt noch nicht sagen."

Linie U5 steht nicht zur Diskussion

Die Anregung des RH, die noch nicht existente Linie U5 zu bauen, nahm der Verkehrsstadtrat ebenfalls befremdet zur Kenntnis: "Hier ist das, was der Rechnungshof tut, in der Nähe der Fahrlässigkeit." In dieser Frage seien überhaupt noch keine Details wie Besitzverhältnisse oder Geologie geklärt. (APA)

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