Briten und Iren laden Israels Botschafter vor

18. Februar 2010, 15:05
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Täter benutzten gefälschte Pässe - Polizeichef beschuldigt Mossad

Dublin - Nach der britischen hat auch die irische Regierung wegen der Affäre um die Ermordung eines palästinensischen Hamas-Führers in Dubai unter Verwendung ausländischer und auch irischer Pässe den israelischen Botschafter ins Außenministerium in Dublin zitiert. Außenminister Michael Martin sagte am Donnerstag im irischen Rundfunk, die Verwendung irischer Pässe bei der Ermordung des Hamas-Funktionärs Mahmoud Abdel Rauf al-Mabhouh in den Vereinigten Arabischen Emiraten habe irische Staatsbürger in Gefahr gebracht und sei ein "sehr ernster Vorfall". Es gibt Hinweise, dass der israelische Geheimdienst Mossad für die Tat verantwortlich ist.

Neue Informationen

Irland hatte die Berichte über die Verwendung von drei irischen Pässen in dem Mordkomplott, an dem bis zu elf Verdächtige beteiligt sein sollen, in einer ersten Reaktion als nicht zutreffend zurückgewiesen. Am Mittwochabend allerdings erklärte Außenminister Martin, die Vereinigten Arabischen Emirate hätten neue Informationen vorgelegt, die belegten, dass in Dubai tatsächlich irische Pässe mit existierenden Passnummern vorgelegt worden seien.

Mabhouh wurde am 20. Jänner in Dubai umgebracht. Die insgesamt elf Beteiligten sollen teilweise mit Pässen von israelischen Staatsbürgern eingereist sein, die auch die britische oder irische Staatsbürgerschaft haben.

Polizeichef beschuldigt Israel

Dubais Polizeichef Dahi Khalfan Tamim sagte am Donnerstag zur Zeitung "The National", er sei sich angesichts der jüngsten Ermittlungen "zu 99, wenn nicht zu hundert Prozent sicher", dass der israelische Geheimdienst hinter dem Mord stehe.

Berichte über palästinensische Verräter

Der britische "Guardian" meldet unter Berufung auf palästinensische Quellen, dass der Hamas-Sicherheitsmann Nahro Massoud derzeit in Damaskus verhört werde. Massoud soll sich laut der kuwaitischen Zeitung "Al-Siysah"  bis zu al-Mabhouhs Tod in dessen Hotelzimmer aufgehalten haben.

Gefälschte Pässe

Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate verdächtigen elf Menschen, die mit gefälschten Pässen nach Dubai eingereist waren, den ranghohen Hamas-Mann umgebracht zu haben. Israel hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach der Geheimdienst Mossad hinter der Tat steckt. Unter den Pässen waren sechs von Briten, die seit langem in Israel leben.

Der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im britischen Parlament, Mike Gapes, sagte, wenn nicht Israel für die Tat verantwortlich sei, "dann hat jemand versucht, es so aussehen zu lassen, als seien es die Israelis". Premierminister Gordon Brown hatte eine Untersuchung des Falls angekündigt.

Außenminister David Miliband sprach von einem "ernsthaften Zwischenfall" und forderte Israel auf, die Ermittlungen zu unterstützen. Während der Trauerfeier für Al-Mabhouh am Mittwochabend in Gaza kündigte der Sprecher der Al-Kassam-Brigaden, Abu Obeida, an, dass Hamas Vergeltung für seinen Tod üben werde. "Wir werden aber dem Feind nicht sagen, wann, wo und wie." (red/APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Bild aus einer Überwachungskamera zeigt zwei der Verdächtigen im Hotel.

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