Rechenkünstler Schumacher

9. April 2003, 11:27
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Weltmeister zweifelt Wertung des Brasilien-GP an: "75-Prozent-Regel nicht korrekt ausgelegt"

Hamburg - Nach Ansicht von Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher hat der beim Grand Prix von Brasilien zum Sieger erkorene Kimi Räikkönen zu Unrecht die volle Punktzahl von zehn Zählern erhalten. In einem Interview mit dem TV-Sender RTL erklärte der Deutsche, dass dies nicht mit den Regeln des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) übereinstimme, weil die so genannte "75-Prozent-Regel" nicht korrekt ausgelegt wurde.

"Man bekommt die volle Punktzahl, wenn man drei Viertel der Renndistanz absolviert hat - das waren 54 Runden. Es sind zwar 55 Runden gefahren worden, es wurden aber zwei abgezogen", rechnete Schumacher vor. Das von chaotischen Umständen begleitete Rennen war nach schweren Unfällen in der 55. von 71 Runden abgebrochen worden, das heißt nach 54 gefahrenen Runden oder 76 Prozent der Renndistanz. Zu diesem Zeitpunkt führte Jordan-Pilot Giancarlo Fisichella vor Räikkönen. Gewertet wurde allerdings gemäß Reglement die Reihenfolge, die zwei Runden vor dem Abbruch bestand, also nach Runde 53. Damit wären nur 74 Prozent der Renndistanz absolviert worden. (APA/dpa)

Stichwort Rennabbruch

Ein Formel-1-Rennen muss laut Paragraf 153 des FIA-Reglements (Formula One Sporting Regulations) dann gestoppt werden, wenn die Strecke durch einen Unfall blockiert ist, die Wetterbedingungen oder andere Gründe die Fortsetzung des Rennens als zu gefährlich erscheinen lassen.

Trotz des plötzlichen Endes wurde der Grand Prix gewertet, da über 75 Prozent der vorgesehenen Renndistanz absolviert wurden. Kimi Räikkönen wurde zum Sieger erklärt, obwohl er zum Zeitpunkt des Abbruchs auf Platz zwei lag. Paragraf 154 schreibt vor, dass die Reihenfolge, die zwei Runden vor dem Abbruch bestand, gewertet wird.

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    Michael Schumacher, beinharter Kalkulator

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