Wetter häkerlt ÖSV und Favoriten

15. Februar 2010, 01:13
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Gold im Sprint überraschend an den Franzosen Vincent Jay - ÖSV-Team nicht in Top-Form, dafür mit Pech

Whistler - Der olympische Biathlon-Sprint der Herren hat einen Überraschungssieger gebracht. Der Franzose Vincent Jay triumphierte am Sonntag in Whistler in einem Startnummernrennen ohne Schießfehler vor dem Norweger Emil Hegle Svendsen und dem Kroaten Jakov Fak. Die zu den Mitfavoriten zählenden Österreicher landeten bei zwischenzeitlichem Schneeregen im geschlagenen Feld. Als bester ÖSV-Athlet klassierte sich Simon Eder mit 1:24,4 Minuten Rückstand trotz fehlerfreier Schussleistung auf Rang elf.

Jay profitierte bei immer schlechter werdender Loipe von seiner frühen Startnummer 6. Der 24-jährige Franzose hatte seinen bis dato einzigen Weltcup-Sieg im Vorjahr im 20-km-Bewerb ebenfalls in Whistler errungen. Christoph Sumann landete mit zwei Schießfehlern auf Rang zwölf, die später gestarteten Dominik Landertinger und Daniel Mesotitsch kamen nicht unter die ersten 30. Superstar Ole Einar Björndalen verlor mit vier Fehlern ebenfalls bereits 1:41,1 Minuten auf Jay. Am Dienstag folgt das Verfolgungsrennen. 

Üble Ausgangsposition

Eder, WM-Zweiter mit der Staffel 2009, sah sich durch die Startnummer um seine Chance gebracht. Er habe schon vor dem Rennen gewusst, dass bei diesen Bedingungen mit Startnummer 42 nichts zu holen sein würde. "Ich habe einen Nuller im Schießen gebraucht und den habe ich auch geschafft, darauf bin ich stolz. Mit einer niedrigen Startnummer hätte es Top fünf oder sogar eine Medaille werden können", ärgerte sich der Saalfeldener. "Es war leider eine Lotterie, schade, dass sowas bei Olympia passiert. Die zweite Runde hat mein Rennen zerstört, da bin ich gestanden wie angepickt mit Superkleber."

Damit war nicht nur der Sprint verpatzt, sondern angesichts des großen Rückstands auch die Chance für die Verfolgung am Dienstag minimal. "Für das Podium wird es ganz, ganz schwer, aber ich werde alles versuchen", sagte Eder. Erinnerungen an die WM in Südkorea wurden wach, die auch verflixt, u.a. mit einem Missgeschick Sumanns in der Strafrunde, begonnen hatte. Am Ende gab es damals aber noch drei Medaillen.

"Sauerei"

Trainer Alfred Eder schimpfte über die Nummernvergabe bei Winterspielen. "Dass Simon als Achter des Weltcup in der zweiten Gruppe und damit weit hinten starten muss, ist eine Sauerei. So oft bekommt man als Sportler bei Winterspielen nicht so eine Chance", kritisierte der frühere WM-Dritte. Die Leistungen des Sohnes seien optimal gewesen. "Aber bei so langsamer Spur hilft auch ein optimales Rennen nichts." Der Rückstand für die Verfolgung sei nun viel zu groß. "Es sind gleich zwei Rennen verhaut, denn der Rückstand ist so groß wie vier Strafrunden, wie soll man das aufholen", meinte der enorm verärgerte Eder.

Daniel Mesotitsch war mit drei Fehlern und hoher Nummer chancenlos (43. mit 2:37 Rückstand). Dominik Landertinger, der Weltmeister im Massenstart, kam mit zwar günstigerer Nummer, aber mit vier Fehlschüssen und 2:15,9 Minuten Rückstand nur auf den 33. Rang. Der 21-Jährige war enttäuscht, bei den zwei Fehlern im Stehend-Anschlag hatte ihm der Wind die Chance geraubt. "Vier Fehler sind eine Katastrophe. Beim Liegendschießen war ich schon so durchnässt, die Muskulatur war kalt, ich habe nicht mehr richtig draufdrücken können. Das ist heute in die Hosen gegangen", ärgerte sich der Hochfilzener.

Sumann nicht im Rhythmus

Sumann hatte mit der frühen Nummer sieben beste Voraussetzungen, doch zwei Fehler bei den ersten zwei der zehn Schüsse und ein körperliches Defizit warfen ihn zurück. "Ich hatte schon auf der ersten Runde Probleme. Ich befürchte, dass die Wettkampfpause zu lang war. Mit zwei Fehlschüssen sind mir schon am Anfang die Felle davongeschwommen. Ich wollte wenigstens eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung, auch das ist leider nicht gelungen", sagte der 34-jährige Steirer. "Ich bin aber zuversichtlich, dass es in weiterer Folge besser klappt." (APA)

Endstand Biathlon-Sprint der Herren (10 km, 2 Schießen) am Sonntag im Whistler Olympic Park:

 1. Vincent Jay (FRA) 24:07,8 Min. (0 Schießfehler)
2. Emil Hegle Svendsen (NOR) +0:12,2 (1)
3. Jakov Fak (CRO) +0:14,0 (0)
4. Klemen Bauer (SLO) +0:17,4 (1)
5. Andrej Derisemlja (UKR) +0:40,7 (2)
6. Jean-Philippe Leguellec (CAN) +0:49,8 (1)
7. Pavol Hurajt (SLO) +1:07,2 (1)
8. Björn Ferry (SWE) +1:12,4 (0)
9. Jeremy Teela (USA) +1:13,9 (2)
10. Iwan Tscheresow (RUS) +1:18,1 (2)
11. Simon Eder (AUT) +1:24,4 (0)
12. Christoph Sumann (AUT) +1:24,9 (2)
13. Thomas Frei (SUI) +1:29,1 (0)
14. Ilmars Bricis (LAT) +1:33,5 (2)
15. Jewgeni Ustjugow (RUS) +1:40,1 (2)
16. Simon Hallenbarter (SUI) +1:40,5 (2)
17. Ole Einar Björndalen (NOR) +1:41,1 (4)
18. Michal Slesingr (CZE) +1:43,1 (1)
19. Christoph Stephan (GER) +1:43,3 (1)
20. Alexander Syman (BLR) +1:45,7 (0)
21. Michael Greis (GER) +1:48,2 (3)
weiter:
34. Dominik Landertinger (AUT) +2:15,9 (4)
45. Daniel Mesotitsch (AUT) +2:37,5 (2)

Rückstände zählen für die Verfolgung am Dienstag (21.45 Uhr MEZ)

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