Aus dem Mund, aus dem Darm - Hörproben

9. Februar 2010, 11:41
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Die Finalrunde findet am 12. Februar im Rabenhoftheater statt - Zehn Finalisten bewegen siche zwischen "Arbeitsamt" und "Lokalverbot"

Wien - Am 12. Februar wird der Wiener Rabenhof zum siebten Mal Schauplatz des Protestsongcontests. Die zehn besten Interpreten der Vorausscheidungen stellen sich dem Urteil der sechsköpfigen Jury. Umwelt, Rechtsextremismus und die Wirtschaftskrise sind Themen, die dieses Jahr von den Finalisten musikalisch interpretiert wurden. Moderiert wird das Spektakel von Dirk Stermann.

Schnorren

Politisch wird es in der Würschtlpolka von Rotzpipn & Das Simmeringer Faustwatschenorchester. Der Hauptprotagonist, ein kleines, braunes Würschtl, warnt am Viktor-Adlermarkt vor der drohenden Überfremdung. Karin Rabhansl verarbeitet in ihrem Lied Arbeitsamt ihre persönliche Erfahrung. Vertonten Aussagen zufolge wie Musiker sind asozial. Dirnd`l host du des net g'wisst war es wohl kein erfreulicher Besuch.

Funkeln

Lokalverbot erhält die "Austrobilly"-Band Mad Town Dogs bei einem Wirten, in dem rechte Meinungen vertreten werden. Recht anschaulich wird ihre Ansicht dazu mit Textzeilen wie Was aus dem Mund kommt, kommt sonst aus dem Darm besungen. Fiona Swarovskis viel verspotteter Vorschlag zur Wirtschaftskrise Sollen die Leute halt ihren Salat und ihre Tomaten auf ihren Terrassen, sofern sie welche haben, selber anbauen wird im Swarovski-Song von Maria Stern persifliert.

Aufmucken

Feurig wird es bei sepp haT gesagT wir müssen alles anzünden von pauT, der laut eigenen Angaben 100 Prozent geschminkte und verlogene Popmusik produziert. Die Schlagerband Cremeschnitten muss gar Nichts, was sie nicht will und protestiert mit viel Ironie gegen aufgezwungene Konventionen. Der Beschwerdechor St. Pölten hat auf der Straße Beschwerden über St. Pölten gesammelt und daraus ein Lied geformt: In der rund 13-minütigen Tirade ist es in St. Pölten grau, Wenn in Wien die Sonne scheint.

Verschmutzen

ROTZ ist beim Protestsongcontest nicht unbekannt, schließlich kam die Band letztes Jahr unter die Top 25. Mit Draußen vor der Stadt schafften sie es dieses Jahr in das Finale. Garantiert feinstaubfrei ist die Performance von Binder & Krieglstein, die mit Fahrradfahr'n ist schadstoffarm herrschende Umweltprobleme ansprechen. Schrammelkunst auf höchstem Niveau bietet Café Olga Sánchez. Der Text ist zwar schwer zu verstehen, eine Frage ist aber deutlich herauszuhören: Wer hat Angst vorm schwarza Ma?

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FM4-Urgestein Martin Blumenau wird genau wie Kurier-Kolumnistin und Autorin Doris Knecht als Mitglied der Jury beim Finale seinen Senf dazugeben. Auch Ex-Kulturgewerkschafts- vorsitzender Peter Paul Skrepek und ÖHlerin Sigrid Maurer haben für Proteste ein offenes Ohr, während die Musiker Birgit Denk und Peter Hein ihre langjährige Erfahrung mit einbringen werden. (APA/red)

Info:
Der Protestsongcontest wurde 2004 zum 70. Jahrestag der Februarunruhen des Jahres 1934 ins Leben gerufen. Finale am 12.2., 20 Uhr, im Rabenhof, Wien 3, Rabengasse 3, Karten: 01/712 82 82

Links:
www.protestsongcontest.at
www.rabenhof.at

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    screenshot: protestsongcontest
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