SPÖ-Minister lassen sich bitten, ÖVP zahlreich vertreten

2. Februar 2010, 14:07
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Bis auf Fekter erscheint schwarze Regierungsriege geschlossen

Der Wiener Opernball darf sich 2010 wieder über zahlreiche Politiker unter den Promi-Besuchern freuen. Im Vorjahr sorgte die Wirtschaftskrise für Kritik an der noblen Tanzveranstaltung, die politische Gästeliste fiel prompt ein bisschen rarer als üblich aus. Heuer erscheint die schwarze Regierungsriege mit Ausnahme von Innenministerin Maria Fekter  geschlossen. Die SPÖ-Vertreter lassen sich etwas bitten: Nur Bundeskanzler Werner Faymann, Kulturministerin Claudia Schmied und Verkehrsministerin Doris Bures werden am 11. Februar in der Staatsoper in Frack und Robe antanzen.

Bundespräsident Heinz Fischer besucht den "Staatsball" im Sangeshaus am Ring wie jedes Jahr mit seiner Ehefrau Margit und hat traditionell keine eigenen politischen Gäste eingeladen. Er empfängt allerdings Politiker und internationale Besucher in seiner Loge. Stressig wird der Besucher diesmal für Bundeskanzler Faymann, der direkt vom Gipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel per Flugzeug und Chauffeur zum Opernball anreisen wird.

Begleitet wird der Kanzler von seiner Ehefrau Martina Ludwig und EU-Außenministerin Catherine Ashton. Die Kommissions-Repräsentantin nimmt ebenfalls am Gipfel in Brüssel teil und wird gemeinsam mit Faymann nach Wien fliegen. Einziger Wermutstropfen: Falls sich das Ministertreffen zu sehr verzögert, könnte Ashton kurzfristig absagen und damit gleich zwei Einladungen ausschlagen müssen. Denn auch Außenminister Michael Spindelegger hat die EU-Vertreterin zum Ball geladen. Der Bundeskanzler lud Ashton mündlich ein, das Außenministerium schriftlich, erklärte Faymann-Sprecher Leo Szemeliker die "Überschneidung". Generell sei dies kein Problem, die Politikerin werde Faymann und Spindelegger besuchen und mit beiden Gespräche führen.

"Die Kabinette haben sich das natürlich ausgemacht", betonte Szemeliker. Während der Eröffnung werde Ashton zunächst in der Kanzlerloge Platz nehmen und danach in jener des Außenministeriums. "Es sollte keinerlei Probleme geben", meinte auch Spindelegger-Sprecher Alexander Schallenberg.

"Geteilte Gäste"

Vizekanzler Josef Pröll hat den deutschen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle in die Staatsoper eingeladen. Auch er wird seinen Gast "teilen": Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat mit seinem Amtskollegen ein Treffen am Ball vereinbart.

Für Kulturministerin Schmied ist der Besuch der Tanzveranstaltung als oberste "Hausherrin" des Musik- und Kunstressort eine selbstverständliche Pflicht. Internationalen Gast hat sie keinen eingeladen. Verkehrsministerin Bures, Justizministerin Claudia Bandion-Ortner und Umweltminister Nikolaus Berlakovich stehen ebenfalls auf der Gästeliste. Sie besuchen den Ball mit ihren Familien und ohne politischen Gast. Noch nicht entschieden hat sich Neo-Wissenschaftsministerin Beatrix Karl, die ihren Gipsfuß zuvor noch bei einem Arztbesuch kontrollieren lassen will.

Fernbleiben werden dem Ball Innenministerin Fekter, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Gesundheitsminister Alois Stöger  und Verteidigungsminister Norbert Darabos. Fekter stattet der Veranstaltung als "oberste Polizei-Chefin" aus Solidarität zu den arbeitenden Beamten traditionell keinen Besuchen ab. Die Frauenministerin hält sich für "keine Ballgeherin" und geht heuer generell zu keiner Tanzveranstaltung. Darabos entschuldigt seine Abwesenheit mit einem anderen Termin: Der Verteidigungsminister ist am 11. Februar bereits unterwegs zu den Olympischen Spielen nach Vancouver, die am folgenden Tag beginnen. (APA)

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