Grüner Ruf nach Bundesstelle für Auslandsadoptionen

1. Februar 2010, 18:09
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Soll einheitliche Standards garantieren

Wien - Haiti war schon vor dem Beben einer der größten "Kinderexporteure" - vorwiegend in die USA, Kanada, nach Frankreich und Belgien. In Österreich sind für die jährlich zwischen 100 und 200 Auslandsadoptionen die Bezirkshauptmannschaften und die Magistrate zuständig - was sich eigentlich ändern soll, wie die Grünen kritisieren.

Im Familienausschuss des Parlaments seien im vergangenen Frühjahr eigentlich alle Parteien dafür gewesen, sagt die Grünen-Familiensprecherin Daniela Musiol. "Der Plan ist, eine Bundesstelle zu schaffen, die dafür zuständig ist und einheitliche Standards garantiert. Passiert ist aber bis heute nichts."

Es gebe von Eltern immer wieder Klagen über die unterschiedliche Handhabung durch die Bezirksbehörden, außerdem seien nicht alle Adoptionsagenturen seriös. Im Ausland seien Zentralstellen durchaus üblich, etwa in den skandinavischen Ländern, Italien oder der Slowakei.

Die anderen Parteien im Nationalrat halten sich bedeckt - lediglich die Familiensprecherin der FPÖ, Anneliese Kitzmüller, rief bis Redaktionsschluss zurück. Ihre Meinung: Sie habe nichts Grundsätzliches gegen Auslandsadoptionen, allerdings sollten zunächst inländische Kinder neue Eltern bekommen. (Michael Möseneder/DER STANDARD-Printausgabe, 1.2.2010)

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