Studie: Kindle für Jugend "veraltet"

1. Februar 2010, 12:42
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E-Reader keine Alternative zu Tageszeitungen - Smartphone bevorzugt

Portable E-Book-Reader stellen für den täglichen Nachrichtenkonsumenten noch keine brauchbare Alternative zu einer gedruckten Tageszeitung dar. Wie aus einem aktuellen Bericht einer Forschergruppe der University of Georgia (UGA) hervorgeht, wird sich deren Leserschaft erst durch technische Weiterentwicklungen im Zuge des Trends zu Tablet-Systemen wie dem Apple iPad, die neue Features wie Farbdarstellung, Fotowiedergabe oder Touchscreen-Bedienmöglichkeit mit sich bringen, für diese neue Form des Zeitungslesens erwärmen können.

Magere Ausstattung

Während sich Erwachsene aller Altersgruppen bei E-Readern wie dem Kindle DX von Amazon zwar durchwegs angetan von der Lesbarkeit des Displays zeigen würden, komme dem Gerät als Nutzungsform für Nachrichten noch eine sehr eingeschränkte Bedeutung zu, fassen die US-Wissenschaftler ihre Untersuchungsergebnisse zusammen. Ausschlaggebend hierfür sei neben der Preisfrage vor allem die relativ magere technische Ausstattung. Dies zeigt sich insbesondere bei jüngeren Nutzern, die zumeist ein eigenes Touchscreen-Smartphone besitzen und E-Reader daher bereits als "veraltet" empfinden.

Tageszeitung nicht zu ersetzen

"Da der Medienmarkt sich derart schnell verändert, lässt sich eine Prognose, ob sich E-Reader einmal als Nachrichtenquelle durchsetzen können, heute nur sehr schwer abgeben. Ich glaube aber nicht, dass die Tageszeitung am Frühstückstisch komplett von elektronischen Lesegeräten verdrängt werden kann", erklärt Eva Werner, stellvertretende Pressesprecherin des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV).

Mehr Apps für iPhone und Co

Neben dem Internet hätten sich besonders multifunktionelle Smartphones zu einer ernsthaften Konkurrenz für gedruckte Zeitungen entwickelt. "Die Zeitungsverlage haben die neuen Möglichkeiten Nachrichten zu konsumieren aber bereits erkannt und versuchen sie für ihre Zwecke zu nutzen", merkt Werner an. Das zeige nicht zuletzt die zunehmende Zahl von entsprechenden News-Applikationen für iPhone und Co der deutschen Nachrichtenhäuser.

Kindle-User sechs Monate beobachtet

Um zu ihren Ergebnissen zu gelangen, haben Wissenschaftler des UGA Grady College of Journalism and Mass Communication 2009 sechs Monate lang Leser herkömmlicher Tageszeitungen und Nutzer des Amazon-Lesegerätes Kindle DX beobachtet. In einer abschließenden Analyse wurden dann die positiven und negativen Aspekte der unterschiedlichen Fokusgruppen gegenübergestellt. "Wir befinden uns in der ersten Phase des Projekts, das E-Reader wie den Kindle mit traditionellen Tageszeitungen und Online-Vertriebssystemen vergleicht. Unser Fokus liegt dabei auf der Frage, wie die Menschen in einem sich rapide verändernden Umfeld Nachrichten konsumieren", erläutert Dean Krugman, einer der an der Untersuchung beteiligten UGA-Forscher.(pte)

 

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    Kindle noch kein Zeitungsersatz

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