Uni-Senatsvorsitzende fordern ausreichende Studienplatzfinanzierung

1. Februar 2010, 14:44
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Derzeit "völlig unzureichende staatliche Finanzierung" der Unis - "Unzumutbare Studienbedingungen in vielen Fächern" - Bei freiem Zugang vollständige Finanzierung

Wien - Die Senatsvorsitzenden der österreichischen Universitäten fordern von der Regierung die Finanzierung nach bestehenden Studienplätzen sowie eine kontinuierliche Erhöhung des Uni-Budgets auf zwei Prozent des BIP bis zum Jahr 2015. Den Hauptgrund der derzeitigen Probleme an den Unis sehen sie in der "völlig unzureichenden staatlichen Finanzierung durch die Bundesregierung".

In einem studienplatzfinanzierten System stehen bestimmte Kontingente an staatlich finanzierten Studienplätzen bereit, die zwischen Uni und Regierung ausverhandelt sind. Ein ähnliches Modell gibt es derzeit an den Fachhochschulen.

"Unzumutbare Studienbedingungen"

In vielen Studienrichtungen räumen die Senats-Chefs "unzumutbare Studienbedingungen" ein. Die den Universitäten zugeteilten öffentlichen Mittel hätten in den letzten Jahren "nicht annähernd mit dem starken Zuwachs der Zahl der Studierenden aus dem In- und Ausland, dem Bedarf für deren qualitätvolle Betreuung und den gleichzeitigen hohen Anforderungen an wissenschaftliche und künstlerische Entwicklung Schritt gehalten". Der Senat ist neben dem Rektorat und dem Uni-Rat eines der Leitungsgremien einer Universität.

Der Universitätsprofessor/innenverband (UPV) spricht sich in einer Aussendung für "Zulassungsvoraussetzungen" am Beginn eines Studiums sowie "sozial abgefederte" Studiengebühren, die von einem Stipendienprogramm begleitet werden, aus. Da sich die Finanzierung von Forschung bzw. Unis auf einem "wesentlich niedrigeren Niveau als in dem mit uns konkurrierenden benachbarten Ausland" befinde, fordert der UPV "wesentlich überzeugendere Beiträge der Bundesregierung und vor allem des Finanzministers". 

Bei freiem Zugang vollständige Finanzierung

Wenn sich die Politik dafür entscheide, eine unbeschränkte Anzahl an Studienplätzen anzubieten, müssten diese auch vollständig finanziert werden, meinte der Sprecher der Senatsvorsitzenden der Österreichischen Universitäten, Helmut Fuchs. Ein freier Zugang sei natürlich auch möglich, meinte Fuchs: "Die Entscheidung für einen freien Zugang muss aber auch die entsprechenden finanziellen Konsequenzen nach sich ziehen - nämlich die volle Finanzierung der Plätze."

Die Rektoren haben in den vergangenen Jahren die Forderung nach Einführung einer Studienplatzbewirtschaftung immer wieder mit einer gleichzeitigen Beschränkung der Plätze verbunden. Das wollen die Senats-Vorsitzenden aber ausdrücklich nicht, so Fuchs. Eine Finanzierung nach Studienplätzen sei grundsätzlich auch in einem System mit freiem Zugang möglich.

 

(APA)

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