Israel weist Spekulation um Mord an Hamas-Führer zurück

31. Jänner 2010, 15:00
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Infrastrukturminister Landau war wenige Tage vor der Tat bei Konferenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten - "Times": Mittels Herzinfarkt-Droge getötet

Jerusalem/Dubai - Der israelische Infrastruktur-Minister Uzi Landau hat am Sonntag Spekulationen zurückgewiesen, die Mörder des Hamas-Führers Mahmoud al-Mabhouh könnten während seines Besuchs in den Vereinigten Arabischen Emiraten wenige Tage vor dem Mord in seiner Delegation mitgereist sein. "Was wir hier sehen, ist nicht nur blühende, sondern wilde orientalische Fantasie", sagte er während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. Hamas-Kreise hatten darauf verwiesen, dass Landau kurz vor der Tat an einer Umweltkonferenz in Abu Dhabi teilgenommen hatte.

Die Behörden in Dubai verdächtigen mehrere Täter, von denen "die meisten" mit europäischen Reisepässen nach Dubai gekommen seien. Die Tatverdächtigen hätten die Emirate aber bereits unmittelbar nach dem Anschlag wieder verlassen. Die Behörden würden derzeit im Kontakt mit den entsprechenden Botschaften und Konsulaten prüfen, ob es sich um echte Pässe gehandelt habe, hieß es am Wochenende in Dubai.

Wie die israelische Zeitung "Haaretz" unter Berufung auf die britische "Times" am Sonntag berichtete, soll das Killerkommando Mabhouh mittels einer Droge getötet haben, die einen Herzanfall ausgelöst habe. Die Täter seien in das Hotelzimmer des Hamas-Führers in Dubai eingedrungen und hätten diesen geräuschlos getötet. Danach hätten sie alle Dokumente in seiner Aktentasche fotografiert und ein "Bitte-nicht-stören"-Schild an die Tür des Zimmers gehängt, zitierte das Blatt "Kreise" im Nahen Osten.

Demgegenüber gab der Bruder von Mabhouh gegenüber "Haaretz" an, dieser sei erstickt und mit einem Elektro-Schocker misshandelt worden. Es habe in der Vergangenheit mehrere Versuche gegen, Mabhouh zu töten.

Die Leiche des 50-jährigen Hamas-Funktionärs war am 20. Jänner am Nachmittag vom Personal des Dubaier Luxushotels "Al-Bustan Rotana" entdeckt worden. Die Ärzte fanden keine verdächtigen Spuren und gaben als Todesursache einen Herzinfarkt an. Neun Tage später wurden jedoch Blutproben nach Paris geschickt, in denen Giftspuren entdeckt wurden. Hamas gab daraufhin den Tod von Mabhouh bekannt und machte Israel für dessen Ermordung verantwortlich.

Wie die Dubaier Tageszeitung "Gulf News" am Sonntag berichtete, hatte Mabhouh zum Zeitpunkt seiner Ermordung keine Leibwächter um sich. "Wie konnte die Hamas es zulassen, dass eine so wichtige Person ohne Schutz reist?", zitierte das Blatt den Polizeichef von Dubai, General Dahi Khalfan Tamim. (APA/dpa)

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