Kuranyi muss "aufpassen"

31. Jänner 2010, 20:07
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Schalke schlägt Hoffenheim und Magath "rügt" seinen Stürmer - Gala-Auftritt der Münchner gegen Mainz - Leverkusen bleibt vorne

Bayern München fürchtet auf dem Weg zu seiner 22. deutschen Fußball-Meisterschaft nur noch sich selbst. Nach dem eindrucksvollen 3:0 (0:0) gegen den FSV Mainz 05 und der erneuten Galavorstellung von Arjen Robben ignorierte Trainer Louis van Gaal in typisch bayerischer Mia-san-Mia-Manier kurzerhand die Konkurrenz: "Wir selbst sind die größte Gefahr für uns, nicht der Gegner."

Dabei ist Bayer Leverkusen nach einem 3:1 (3:0) gegen den SC Freiburg nach wie vor Tabellenführer. Die Tore erzielten Stefan Kießling (36.), Eren Derdiyok (37.) und Sami Hyypiä (40.) innerhalb von nur fünf Minuten.

Gutegelaunte Schalker

Im Vergleich zum überaus selbstbewussten Niederländer van Gaal gab sich Meistertrainer Felix Magath nach dem 2:0 (1:0) von Schalke 04 gegen 1899 Hoffenheim äußerst bescheiden und sprach von einem" guten Abend". Statt die Konkurrenz zu provozieren, lieferte sich Magath lieber ein nicht ganz ernst gemeintes Scharmützel mit Stürmer Kevin Kuranyi.

"Wir haben eigentlich verabredet, dass er zwei Tore macht. Er muss aufpassen, dass das nicht bald Konsequenzen hat", sagte Magath mit Blick auf den ehemaligen Nationalstürmer, der mit seinem elften Saisontreffer den Grundstein zum Sieg der Königsblauen gelegt hatte. Kuranyi dazu: "Ja, es stimmt. Ein Tor hat noch gefehlt. Ich hoffe, ich muss jetzt nicht Torschüsse mit Medizinbällen machen."

Die Siegesserie von Borussia Dortmund (36) riss nach sechs Spielen beim VfB Stuttgart. Der BVB brach in der Schlussphase ein und kassierte beim 1:4 (0:1) die erste Niederlage seit mehr als vier Monaten.

Star-Sorgen

Derweil geriet van Gaal angesichts einer erneut starken Leistung seiner Elf regelrecht ins Schwärmen: "Das war unser bestes Heimspiel. Ich habe einen sehr guten FC Bayern gesehen. Ich bin sehr zufrieden." Daniel van Buyten (58.), Mario Gomez (75.) und Robben (86.) erzielten die Tore. Einziges Manko der Bayern war die Chancenverwertung (31:6 Torschüsse). Van Gaal leistete sich sogar den Luxus, seinen genesenen Star Franck Ribery 58 Minuten lang auf der Ersatzbank schmoren zu lassen. "Auch Franck kann sehen, dass wir ohne ihn sehr gut spielen. Er hat Extra-Qualitäten. Ich muss ihn integrieren, das ist nicht so einfach", sagte der Bayern-Coach.

Derlei Sorgen hätte Thomas Schaaf momentan gerne. Werder Bremen kassierte beim 3:4 (2:4) bei Borussia Mönchengladbach die fünfte Niederlage in Folge. Aber wie schon seit vielen Jahren behält die Führungsetage demonstrativ ihren Kurs bei.

"Unruhe muss nicht bedeuten, dass man verrückte Dinge macht", sagte Sportdirektor Klaus Allofs, nachdem die Bremer ihren Negativrekord aus dem Jahr 2003 eingestellt hatten. "Wir werden den Kader nicht korrigieren. Und zwar wegen einer Kombination aus Notwendigkeit und finanzieller Situation. Die Spieler, die uns weiterhelfen würden, können wir uns nicht leisten." Allofs' Kritik am aktuellen Personal fiel harsch aus: "Wir arbeiten nicht mehr als Mannschaft, jeder kämpft zuerst für sich selbst, keiner hilft."

Ungeduld

Noch weitaus prekärer ist die Lage beim Nordrivalen Hannover 96. Trainer Mirko Slomka ist nach zwölf Tagen Amtszeit schon mit seiner Geduld am Ende. "Ich brauche Spieler, auf die ich mich verlassen kann. Der Wille allein reicht nicht. Man muss manchmal auch Entscheidungen treffen, die weh tun. Damit werden wir jetzt beginnen", sagte er nach dem 1:3 (0:1) im Abstiegsduell mit dem 1. FC Nürnberg.

Auch bei Arne Friedrich riss der Geduldsfaden. "Das ist eine absolute Enttäuschung. Vor allem die erste Halbzeit war für einen Abstiegskampf unwürdig", sagte der Kapitän von Tabellenschlusslicht Hertha BSC Berlin nach dem müden 0:0 gegen den VfL Bochum und forderte: "Wir müssen endlich aus dem Arsch kommen."

Vorerst aus dem Abstiegskampf verabschiedet hat sich der 1. FC Köln, der 2:1 (0:0) bei Eintracht Frankfurt gewann und damit seit acht Auswärtsspielen unbesiegt ist. "Vielleicht haben die Gegner jetzt wieder den gewissen Respekt vor dem FC", sagte Manager Michael Meier. (sid)

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    Die Schalker haben Zeit zum Spaßen

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    Louis van Gaals Handschrift liest sich zunehmend meisterlich.

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