Schweizer Journalistin wegen kritischer Fragen ausgewiesen

29. Jänner 2010, 13:22
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Korrespondentin des Schweizer Radiosenders DRS machte sich bei Pressekonferenz unbeliebt

Colombo/Bern - Sri Lanka hat einer Schweizer Journalistin, die über die Präsidentschaftswahlen berichtet hatte, das Visum entzogen. Sie muss das Land innerhalb von zwei Tagen verlassen. Die Korrespondentin des Schweizer Radiosenders DRS in Neu Delhi, Karin Wenger, müsse Sri Lanka bis Montag verlassen, bestätigte Andreas Notter, Sprecher von Radio DRS, am Freitag eine Meldung der Nachrichtenagentur AFP. Dies werde in einem Brief des Immigrationsdienstes verlangt.

Eine Begründung sei nicht angegeben worden. Anlass sei offenbar, dass Wenger bei einer Pressekonferenz der Regierung kritische Fragen zu den Wahlen vom Dienstag gestellt hatte, führte Notter aus. Sie sei die einzige ausländische Journalistin bei diesem Termin gewesen. Radio DRS halte die Reaktion der Regierung in Colombo für unangemessen.

Zweifel an Präsidentschaftswahl

Menschenrechtler hatten die Rechtmäßigkeit der Präsidentschaftswahl angezweifelt, die der bisherige Präsident Mahinda Rajapakse mit großer Mehrheit gewonnen hat. Das Informationsdepartement der Regierung Sri Lankas hatte Wenger ursprünglich eine Akkreditierung und ein Visum bis zum 17. Februar ausgestellt. (APA/sda)

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