AK testete soziale Netzwerke - Gedächtnis des Internets ist lang

29. Jänner 2010, 12:45
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Deshalb sollte man nicht zu freizügig sein

Fast 60 Prozent der heimischen Internetnutzer sind auch in sozialen Netzwerken präsent. Die AK hat vier geprüft und Defizite gefunden: Die standardmäßigen Sicherheitseinstellungen sind nicht immer streng gesetzt, Löschfunktionen nicht leicht zu finden. Und wie umfangreich die Betreiber die Daten löschen, bleibt oft ihr Geheimnis. Deshalb sollte man nicht zu freizügig sein. "Das Internet vergisst nicht so schnell", so AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer am Freitag.

Facebook, MeinVZ, Netlog und Szene 1

Facebook, MeinVZ, Netlog und Szene 1 wurden vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) im Auftrag der AK dahingehend getestet, wie sie reagieren, wenn User Verstöße oder Fake-User melden, ihr Profil löschen möchten und wie es um den Schutz der Privatsphäre steht. Details zum eigenen Profil (etwa Interessen oder Wohnort) sind laut Voreinstellung teilweise für alle Internet-Nutzer sichtbar. "Es sollte daher die sicherste Einstellung automatisch eingestellt sein", verlangte Zimmer.

Wer sein Profil oder seinen Eintrag wieder ganz los werden will, dem wird das nicht immer leicht gemacht. Auf zwei Plattformen ist die Löschfunktion nicht direkt, sondern nur über eine Suche in der Hilfe auffindbar. Betreiber klären nicht immer aktiv auf, wie umfangreich gelöscht wird und ob Datenspuren bei außerhalb des eigenen Profils veröffentlichten Nachrichten übrig bleiben. In der Regel bleiben auf anderen Profilen gepostete Beiträge erhalten, wobei der Name etwa durch "anonymer Nutzer" ersetzt wird. Teilweise wird nur die Verknüpfung zum Profil gekappt, Beitrag sowie Benutzername bleiben jedoch erhalten.

Fake-User

Die Testszenarien zeigten, dass die Bandbreite der Reaktionen beim Melden von Beleidigungen oder Fake-Usern groß ist - von prompt bis gar nicht. Teilweise wurden auch nicht alle beanstandeten Inhalte entfernt, etwa nur bloßstellende Fotos, aber nicht schlimme Kommentare.

"User müssen sich der Risiken einer Verletzung der Privatsphäre bewusst sein. Betreiber müssen Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre anbieten und die Datenschutzbestimmungen verlässlich einhalten", so Zimmer. (APA)

 

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