Beirut-Fotografien eines Grenzgängers

28. Jänner 2010, 18:32
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Camera Austria präsentiert Walid Raad - und prämiert Sanja Iveković

"Für mich fühlen sich meine Bilder an, als ob ich sie alle zur selben Zeit gemacht hätte", erzählte Walid Raad bei der Eröffnung seiner Ausstellung Sweet Talk: Commissions Beirut am Donnerstag. Doch die Bilder von Straßen, Geschäften und Häusern Beiruts, wo Raad neben New York lebt, sind aus 23 Jahren.

An ästhetischen Merkmalen kann man Zeiträume ablesen: "Ein Bild aus den 80er-Jahren muss verschwommen sein, ein gut durchkomponiertes ist verdächtig", so Raad, "denn wer sich die Zeit nahm, ein Stativ aufzustellen, konnte erschossen werden. Immer wieder sei er auch auf die Grenzen unsichtbarer Ghettos innerhalb der Stadt gestoßen, in der Misstrauen gegenüber dem Staat und den Mitmenschen und das Zweifeln an der eigenen Sicherheit die Leute Fragen stellen lässt wie: "Warum fotografieren Sie hier?" Auch die Gebäude selbst hätten sich lange dagegen gewehrt, abgelichtet zu werden: "Seit 2005 scheinen sie damit einverstanden zu sein, fotografiert zu werden." (cms / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.1.2010)

 

Bis 5. 4.

Camera-Austria-Preis für  Sanja Iveković

Graz – Die kroatische Künstlerin Sanja Iveković wurde am Donnerstagabend mit dem Camera-Austria-Preis der Stadt Graz für zeitgenössische Fotografie 2009 ausgezeichnet. Iveković thematisiert in ihrer Arbeit seit den 70er-Jahren öffentliche und private Positionen von Frauen in der Gesellschaft und den Medien. (cms)

  • Beiruter Ruine, wo nun ein Kaufhaus steht
    foto: raad

    Beiruter Ruine, wo nun ein Kaufhaus steht

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