Siemens streicht fast 2.000 Jobs in Deutschland

28. Jänner 2010, 10:45
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Elektrokonzern verschärft Sparkurs

Erlangen - Während beim Siemens-Konzern in Deutschland heute, Donnerstag, trotz steigender Milliardengewinne der Abbau von 2.000 Arbeitsplätzen angekündigt wurde, sind bei Siemens Österreich keine Personalabbaumaßnahmen geplant. Auf APA-Anfrage verwies Sprecher Harald Stockbauer heute auf die Aussagen der Vorstandsvorsitzenden Brigitte Ederer bei der Bilanzpressekonferenz von Siemens Österreich vom 13. Jänner. Die Restrukturierungsmaßnahmen seien abgeschlossen, einen weiteren Arbeitsplatzabbau für 2010 erwartete Ederer "aus heutiger Sicht nicht". In der Softwaresparte SIS werden wie berichtet seit 2009 insgesamt 632 Jobs abgebaut.

In Deutschland will Siemens bis zum Jahr 2012 im Bereich Motorentechnik in Bad Neustadt rund 840 Stellen von den dort knapp mehr als 2.000 Arbeitsplätzen streichen. In Erlangen sollen 300 Stellen in diesem Segment abgebaut werden. Grund sei neben Absatzeinbrüchen ein Technologiewechsel bei Niederspannungsmotoren, teilte Siemens mit. Deswegen will der Konzern die Produktion dieser Motoren im tschechischen Mohelnice bündeln, wo bereits der Großteil der Produktlinie hergestellt wird.

Jobabbau nach Milliardengewinn

Aufgrund gesunkener Nachfrage streicht Siemens zudem an mehreren deutschen Standorten 850 Stellen im Bereich Industry Solutions, der unter anderem mit Kunden des Unternehmens in der Stahl-, Papier- und Zementbranche zusammenarbeitet. Der angekündigte Jobabbau solle ohne betriebsbedingte Kündigungen erreicht werden, teilte Siemens-Personalvorstand Siegfried Russwurm mit.

Die deutsche Gewerkschaft IG Metall Bayern kritisierte, angesichts des "Rekordergebnisses im ersten Quartal 2010 sei es einfallslos und unnötig, mit wenig stichhaltigen Argumenten die Abwicklung ganzer Geschäftsbereiche" zu planen. Der Konzern müsse "tragfähige Alternativen" erarbeiten.

Siemens hatte auf seiner Jahreshauptversammlung trotz steigender Gewinne einen weiteren Stellenabbau angekündigt. Der Technologieriese verdiente im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2009/2010 mit 1,53 Mrd. Euro fast ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. Bereits 2008 hatte Siemens den Abbau von weltweit fast 17.000 Stellen bis zu diesem Jahr angekündigt. Siemens beschäftigt weltweit 402.000 Mitarbeiter. (APA)

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