Toyota und die Zukunft des Hybridantriebs

28. Jänner 2010, 16:45
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Toyota weitet den Hybridantrieb aus. Der Markt gibt dem Hersteller recht: Der Prius ist das meistverkaufte Automodell in Japan

Die Prognosen werden revidiert: Geplant war die Produktion von einer Million Toyota-Hybridfahrzeugen pro Jahr für die erste Hälfte des neuen Jahrzehnts, tatsächlich sollen schon heuer 1,1 Millionen alternativ angetriebene Modelle vom Band laufen. Entscheidend dafür ist der Ausbau der Batteriefertigung, die in Zusammenarbeit mit den Spezialisten von Panasonic EV Energy (PEVE) durchgeführt wird. Die Kapazitäten in den Batteriewerken Omori und Sakaiyuku wurden von 500.000 auf 800.000 Einheiten angehoben. Seit Jänner ist überdies die Produktion im neuen Werk Miyaki angelaufen. Bis September sollen dort 100.000 Nickel-Metallhydrid-Batterien gebaut werden, danach wird die Produktion auf 300.000 Einheiten gesteigert.

Speerspitze im Hybridbereich des Toyota-Programms ist nach wie vor der Prius. Von den bisher 2,3 Millionen verkauften Serienhybridfahrzeugen des japanischen Herstellers entfallen 1,6 Millionen auf den Hybrid-Pionier, der bereits 1997 seine Markteinführung feierte. 2004 wurde er in einer weiter verbesserten zweiten Modellgeneration vorgestellt und seit vergangenem Jahr ist er als Prius III verfügbar. Im aktuellen Modell kommen neu entwickelte Hybridkomponenten zum Einsatz, die sich nicht nur durch ein deutlich reduziertes Gewicht auszeichnen, sondern für noch mehr Leistung bei noch weniger Treibstoffverbrauch und durchschnittlichen CO2-Emissionen von 89 g/km sorgen. Damit stellt dieses Modell für immer mehr Autokäufer eine attraktive Alternative zu konventionellen Fahrzeugen dar: Mit einem Absatz von mehr als 200.000 Einheiten setzte sich der Prius III an die Spitze der Verkaufscharts in Japan im Jahr 2009.

Der erwartete Erfolg im Hybridsektor soll in Zukunft nicht nur vom Prius abhängen, sondern von immer mehr Modellen getragen werden. In den nächsten Jahren werden acht neue Hybridfahrzeuge vorgestellt werden (komplett neue Modelle und Hybridversionen existierender Modellfamilien), ab dem Modelljahr 2012 folgen Plug-In-Hybridfahrzeuge, mit denen sich deutlich größere Distanzen rein elektrisch zurücklegen lassen, bis 2020 will Toyota in jeder Modellreihe zumindest eine Hybridversion anbieten. Die Zukunft hat bereits begonnen: Im Herbst 2009 feierte bei der Tokyo Motor Show die brandneue Vollhybrid-Limousine Sai ihre Premiere, die die Kunden mit einer Systemleistung von 190 PS verwöhnt noch heuer wird mit dem Auris HSD der erste Vollhybrid im Kompaktsegment nach Europa kommen.

Einen Blick in die weitere Zukunft gestattete Toyota auf der North American Auto Show in Detroit, die vor wenigen Tagen zu Ende gegangen ist. Mit der im europäischen Designzentrum ED2 bei Nizza gestalteten Studie FT-CH leitet der japanische Hersteller nach eigenen Worten „eine neue Phase der Hybridstrategie" ein. Das „CH" in der Fahrzeugbezeichnung steht für „Compact Hybrid" und kennzeichnet die Studie als Modell, das im Toyota-Programm einen Platz unterhalb des Prius einnehmen würde und sein Haupteinsatzgebiet im städtischen Bereich sieht. Mit dem dynamischen und futuristischen Design sollen neue und jüngere Käuferschichten angesprochen werden, für die Hybridfahrzeuge bislang kein Thema waren.

Die Produktion von Modellen mit Hybridantrieb wird ebenfalls weiter ausgebaut: Seit Anfang des Monats läuft der Camry Hybrid nun auch im Werk Altona in Australien vom Band: Rund 10.000 Einheiten der viertürigen Limousine sollen dort jährlich produziert werden und am australischen und neuseeländischen Markt abgesetzt werden. (saubereAutos.at)

Die inhaltliche Verantwortung liegt beim Autor. Zur Verfügung gestellt von saubereAutos.at.

  • Toyota FT-CH.
    foto: werk

    Toyota FT-CH.

  • Toyota Auris.
    foto: werk

    Toyota Auris.

  • Toyota Camry.
    foto: werk

    Toyota Camry.

  • Toyota Sai.
    foto: werk

    Toyota Sai.

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